seine Merkmale kommen auch (und erst recht, nämlich als Merkmale) den Zebraexemplaren zu. Die Merkmale des Genus und dessen, was dazu gehört, werden aber hier wiederum not- wendig als verschieden betrachtet werden müssen, wenn man die Merkmale als gegenständliche Bestimmungen betrachtet. Das Pferd ist nicht schwarz oder nicht; es kann beides sein, und daß es verschiedenfarbig sein kann, das ist ein Merkmal wiederum des Pferdes ebenso wie seine Einhufigkeit. Schließlich: so etwas wie ,,Krippensetzer" ist ein Merkmal, das von den Schwierigkeiten frei ist, die aus der Triftigkeit eines generellen Merkmals für das einzelne Exemplar entstehen - aber es bezeichnet ein Merk- mal, das nicht einfach seinen Träger,,bestimmt“; „Krippen- setzer“ meint, daß ein solches Pferd manchmal oder häufig... Nimmt man demnach die Merkmale dort auf, wo man sie allein auch finden kann, — nämlich an den Dingen, dann ist es keineswegs so, daß es für jegliches ausgemacht werden könnte, ob ihm ein beliebiges Merkmal zukommt oder nicht. Diese Frage - so allgemein gestellt - überspringt die Bedeutung, die ein Merkmal als aus- und kennzeichnende Bestimmung hat. Daß dem Subjekt ein Merkmal,,nicht zukommt“, meint immer die,,Bestimmung“, ohne Unterschied, ob über das „nicht“ vielleicht schon insofern vorentschieden ist, als für diese Be- stimmung der Ansatz fehlt¹). Zur Entscheidung kann nur ein - 1) Kant führt unter dem Titel,,Qualität der Urteile" die bejahenden, verneinenden und unendlichen Urteile auf.,,Im bejahenden Urteile wird das Subjekt unter der Sphäre eines Prädikats gedacht, im verneinenden wird es außer der Sphäre des letzteren gesetzt und im unendlichen wird es in die Sphäre eines Begriffs, die außerhalb der Sphäre eines anderen liegt, gesetzt.... Alles Mögliche ist entweder A oder non-A. Sage ich also, etwas ist non-A, z. B. die menschliche Seele ist nicht-sterblich.. so ist dies ein unend- liches Urteil" (Logik S. 160/161). Das Kantische Beispiel ist nicht glücklich. Denn die Nichtsterblichkeit bezeichnet den defizienten Modus der Sterblichkeit. Nicht-sterblich ist = unsterblich. Es ist kein ,,negatives Merkmal", wie z. B. nicht-gelb. Fürs zweite ist aber nicht-gelb nur das Äquivalent von rot, grün usw. Sie liegen,,außerhalb der Sphäre" des Gelb; und sicherlich wird hier,,nicht be- stimmt, unter welchen Begriff das Objekt gehört. Aber nicht etwa lediglich, daß es in die Sphäre außer,,gelb" gehöre, welches eigentlich gar keine Sphäre ist, sondern nur die Angrenzung einer Sphäre an das Unendliche oder die Be- grenzung selbst." Die letzten Worte können vielmehr nur den Fall bezeichnen, wo nicht nur die Bestimmung s. str., sondern auch die Kategorie offen bleibt. 92