- 5. Zusammenfassend ist zu sagen: Die Aussage ist,,wahr", sofern man darin vor die Sachen selbst gebracht wird. Durch das Hörensagen erfährt man nicht nur von Seiendem; man ver- nimmt vielmehr etwas: Die Aussage,,enthält" das, was ausge- sprochen und artikuliert ist. Die Aussage teilt Seiendes so mit, wie es „ausgelegt“ und „,erschlossen" ist. Sie ist nicht der pri- märe Ort der Wahrheit. Und insbesondere ist das,,Wahrsein" der Aussage keine Lesart für deren,, Übereinstimmung-mit“ den Dingen¹). Sicherlich es liegt so, wie ausgesagt. Nämlich in Wirklichkeit, und das ist:,,in Wahrheit" ist es so. Nur insofern ist die Wirklichkeit der Horizont des sich-auseinandersetzens- mit-den Dingen. Und er ist unverlierbar, sofern man sich aus- einandersetzt mit den Dingen, die man insofern,,versteht“. Daß das nicht-wahr-sein (einer Aussage) der defiziente Modus der Wahrheit²) ist, ist verkoppelt mit dem anderen, daß, sofern man etwas aussagt, man sich mit ausspricht dabei. Nämlich z. B. ,,seine" Beobachtung usw. Oder z. B. dadurch, daß man etwas angibt, oder,,bestimmt", oder,,vergleicht" usw. Oder da- durch, daß man be-sagend ja und nein sagt. Angabe, Bestimmung, Vergleich usw., und ja und nein können aber nicht,,wahr“ oder ,,nicht-wahr", sondern nur richtig oder falsch sein. Sie sind es ,,im Rahmen der" Wahrheit. Was die traditionelle Logik als Aussageformen unterscheidet, ist recht besehen schon durch das,,System" unterschieden, in das es je gehört. Das wahr- sein der Aussage ist etwas, was nur dadurch, daß es in die Ana- lytik des Daseins³) eingestellt wird, zum Problem werden kann. - Das Korrelat des Wahrseins ist denn auch in der traditio- nellen Logik des Falsch sein. Folgerichtig hätte ihr Bestand dann aber auch nicht die,,Aussagen" enthalten dürfen. Die traditio- nelle Logik verstand aber die Aussage von vornherein unter dem Schema der Prädikation; in dieses Schema wurde auch das „Urteil“ gezwängt. Die,,logischen Grundsätze“ usw. können 1) Vgl. Heidegger, l. c. S. 216 und die folgenden Bemerkungen auf S. 66. 2) Vgl. S. 48. 3) Vgl. hierzu Heidegger, 1. c. passim. 77