- in den axiomatischen Ansätzen, die in den Definitionen versteckt sind, alle Fragen prinzipiell entschieden sind, die unter aus- schließlicher Benutzung der definierten Begriffe formuliert werden können.) Eine negative Zahl und ein Dreieck beides sind Lösungen. Das Rechnen ist eine Art, die Zahlen,,zu behandeln". Daß die Mathematik,,mehr Tun als Lehre“ ist, wird in der,,Richtigkeit“ ihrer Konstruktionen angezeigt. Nur als die Entscheidung einer Aufgabe,,gibt es" die Gleichung 2 + 3 = 5. Sie ist eine Lösung, sofern die Zahlen,,selber" dabei verrechnet wurden. Die Richtigkeit einer Gleichung ist in keinem möglichen Sinne des Wortes eine ,,Wahrheit", die sich zu bewähren hat an irgendwelchen Tatsachen. Daß die Gleichung einer solchen Bewährung enthoben ist, verdankt sie aber nicht irgendwelcher Evidenz oder einer Notwendigkeit a priori, sondern dem anderen, daß in ihr überhaupt nichts (anderes) nur eben getroffen ist. Das, was hier richtig ist, die Gleichung, ist nicht der bloße ,,Ausdruck" für etwas. Die Un- richtigkeit einer ,,Lösung" ist der defiziente Modus von deren Richtigkeit. Die Aufgabe ist dabei nicht,,in der gehörigen Weise" behandelt worden. ― - Was in es gibt... bzw. es gibt nicht... entschieden wird, ist keine solche Aufgabe, die zu lösen wäre. Man „urteilt“, daß es eine Zahl... gibt". Der Ausdruck,,urteilen" kenn- zeichnet die Haltung, in der man fragend, untersuchend zu etwas steht. Das ,,Urteil" ist allgemein etwas, wozu man dabei (schließlich) gelangt¹). In dem es gibt... ist etwas fest- gestellt worden. Die Negation es gibt nicht bezeichnet - ebenso wie das es gibt die Seite, nach der eine Entscheidung fällt, und diese ist insofern wahr oder falsch, als sie gerade nur posi- tiv oder negativ sein kann. Die Negation in der „,Aussage" dagegen entscheidet nichts. Sie bestreitet z. B. etwas. Oder - 1) Diese ursprüngliche Bedeutung von ,,Urteil" wird in der transzenden- talen Logik gerade herangezogen. Was hier,,Urteil“ genannt wird, ist aber tatsächlich dahin lediglich gedeutet worden: Die Konstitution des trans- zendenten Objektes wird als etwas,,verstanden", was in der Synthesis er- reicht worden ist. 66