Begriff, in den sich die schrittweis auslegende Gliederung meiner Umwelt prägt. Von einem Nachbild z. B. sagen wir, es existiere „nur subjektiv“. Durch seine auf das Auge bezogene Entstehung ist es als Nachbild gekennzeichnet, und,,subjektiv“ bezeichnet die eigentümliche Bedeutung, die es hinsichtlich der Ab- hängigkeit seiner „,Existenz" hat: nur für ein Auge ist es er- reichbar. Dadurch aber, daß auch der nur subjektive Schein eben ein wirklicher subjektiver Schein und überhaupt nicht etwa,,nichts" ist, wird die These erst eigentlich erwiesen, mit der die letzten Ausführungen eingeleitet wurden: ,,Ein wirkliches M sein" ist insofern dasselbe wie,,in Wirklich- keit M sein", als dieses in-Wirklichkeit-etwas-sein das vertraut- sein-mit zum Horizonte hat. Der,,Sinn“, auf den hin etwas als - verborgen, die freilich und das ist der richtige Kern der Kantischen trans- zendentalen Ästhetik — mit der,,Räumlichkeit" des Da-Seins (Heidegger 1. c. S. 110 ff.) verknüpft ist. Als ,,Form der reinen Anschauung" erscheint der Raum aber auch hier wiederum gerade nur dann, wenn das Subjekt ent- schränkt wird. 66 Die sog.,,Einigkeit" des Raumes z. B. ist hier an der „, Identität“ des Dinges in dem Sinn zu fassen, als zu einem räumlichen Ding eine abgeschlos- sene Gruppe von möglichen Erscheinungsweisen gehört, die das Auszeich- nende hat, daß ihre Glieder in dem Ding gleichsam zur Deckung gelangen. Dasselbe Ding wahrnehmend, schreiten wir, die Orientierung wechselnd, fort von Erscheinungsweise zu Erscheinungsweise. In diesem Fortgange sind wir aber nicht frei. Wir können wohl fingieren, daß wir unsere Orientierung sprunghaft wechseln können. Aber sofern der Fortgang in der Anschauung ,,einstimmig“, d. i., sofern das Korrelat der Anschauungen „dasselbe Dingʻ sein soll, haben wir diese Fiktion dann dahin zu ergänzen, daß uns die Lücke in der kontinuierlichen Aufeinanderfolge der Erscheinungen, die a priori durch des Dinges Schema als Regel dieser Aufeinanderfolge vorgezeichnet ist, anderweit ausgefüllt wird. Wir sehen keine Möglichkeit, diese Ergänzung auch durchzuführen und bemerken vielmehr, daß dadurch die erste Fiktion wieder zerstört würde, von der wir ausgingen. Denn es gibt keine Abschattung ohne einen ihr korrelativen Orientierungspunkt. Von der Identität des Subjektes leitet sich allererst die Möglichkeit einer solchen Einstimmig- keit der Perspektiven her, an der,,Raum" rein zu erfassen wäre. Die,,raumding- liche Identität“ ist nicht einfach die Identität eines Dinges, das auf mancher- lei Weise erscheint: Die dingschematische Identität ist im gegebenen Falle nicht so auszuweisen, wie die Identität des Subjektes möglicher Prädikationen. Die raumdingliche Identität kann in Frage gestellt nur auf andere Identitäten ihrer Art zurückverfolgt werden. Von einer Gruppe von Perspek- tiven zu anderen solchen Gruppen übergehend, die alle je dadurch geeinigt sind, daß sie die formalen Wurzeln von gewissen dinglichen Deckungen sind, können wir in Perspektiven zurückgelangen, die zur ersten Gruppe gehören. 57