entdeckt oder als Fehlendes vermißt wird, gerade unbestimmt auf denjenigen Horizont hin, unter dem das ,,alle seine Prädi- kate“ überhaupt einen Sinn hat. Denn das in dem Wort,,seine" ausgedrückte Besitzverhältnis entspringt der Konzeption eines den Prädikaten subsistierenden Gegenstandes. 2. Kant sprach von wirklichen Talern gegenüber,,mög- lichen“ Talern.,,Wirkliche" Taler sind die geprägten Silbertaler. Daß es,,wirkliche Taler" sind, meint nicht: es sind wirk- liche Dinge. Wirkliche Dinge stehen dem gegenüber, was,,bloßer Schein" ist. Das,,bloßer" ergänzt, aber erläutert nicht nur ,,Schein". Der Regenbogen ist bloßer Schein, weil ,,nichts dahinter" ist. Deshalb weil er nicht das ist, was er ,,ist", ist er an ihm selber,,nichts". Er hat eine gleichsam nur,,angedeutete“, aber nicht vollzogene Existenz¹). Als,,Erscheinung" nehmen wir den Regenbogen nur in dem Sinn, als er ein Vorkommnis ist, was, sofern es,,sich zeigt“, etwas anderes anzeigt, was sich inso- fern gerade, als es nur angezeigt wird, nicht selbst zeigen kann²). Ein Körper zeigt sich selbst in seinem Aussehen. Auf das,,Aus- sehen“, den Habitus als die „,äußere Erscheinung“ wurde man verwiesen, wenn man das zu fassen sucht, was dem erkenntnis- theoretischen Begriff der ,,Erscheinung" seine ursprüngliche Bedeutung verschafft³). Die Konzeption des falschen Scheines demonstrierte, wie die,,Erscheinung" sich nicht einfach auf das reduziert, als was bzw. wie etwas jeweils,,gegeben" ist. Von ihm selbst her zeigt sich das Ding, und vielleicht gerade so, wie es nicht ist.,,Wirklich" — unterschieden von „,real" — ist vorzüg- lich das, was in der Weise des,,sich-zeigens" begegnet. D. i. das, was man,,sehen“ kann. Die Konzeption des,,Wirklichen" ersteht nicht wie die der Realität aus der Widerstandserfahrung. Was uns - 1) Vgl. Hedwig Conrad-Martius, Realontologie I (Husserls Jb. VI, S. 196). 2) cf. Heidegger, 1. c. S. 28 ff. 3) Vgl. Teil I., S. 92 ff. 53