suchen zu wollen. Denn daß das Sein nicht Merkmal sei, ist eine Bemerkung, die in der Folge auch den Begriff des Merkmals selbst affiziert: Das den Merkmalen Subsistierende entfällt, wenn das Dasein in eine Urteils modalität verschoben wird¹). Das später in der K. d. r. V. von Kant herangezogene Bei- spiel war wenig glücklich:,,Hundert Taler enthalten nicht das mindeste mehr als hundert mögliche Taler²).“ Was sind,,hundert wirkliche Taler"? Was meinen Vermögenszustand vermehrt und vermindert, sind,,hundert Taler", nämlich diese Summe. Die Summe von hundert Talern kann vorhanden sein oder fehlen. Aber kann man hier weiter bestimmen: Die Summe,,mit allen ihren Prädikaten"? Kaum. Denn als Summe wird sie durch ,,hundert Taler" nicht nur genügend, sondern auch restlos an- gegeben. Es hat mit ihr die Bewandtnis, daß sie als der,,Betrag" 1) Herbart stellt den Satz auf:,,. . . Der Begriff, welcher zum Prädikate dient, wird als solcher allemal in beschränktem Sinne gedacht, nämlich nur insofern er an das bestimmte Subjekt soll angeknüpft werden.,,Das Prädikat kann aber auch unbeschränkt, unbedingt aufgestellt werden. Nicht als ein Begriff, der an einen anderen solle angelehnt werden, wie zuvor, da es noch ein Subjekt hatte; auch nicht als ob es einen anderen Begriff erwartete, welchem es selbst zur Stütze dienen sollte; sonst müßte es die Stelle des Sub- jekts einnehmen. Die vorige Form der Aufstellung mag bleiben; es mag zum Zeichen derselben eine Kopula vorhanden seyn; so kann diese jetzt nichts anders bezeichnen, als: dieser Begriff hat nichts, woran er als Prädikat sich anlehne; nichts, was seine Bedeutung beschränkte: er steht für sich allein und selbständig da. Dieses nun ist der Aufschluß über die Verwandtschaft der Kopula mit dem Begriff des Seyn. Jene verwandelt sich in das Zeichen von diesem, wenn für ein Prädikat das Subjekt fehlt; und es entsteht auf die Weise ein Existentialsatz; den man unrichtig auslegt, wenn man in ihm den Begriff des Seyns für das ursprüngliche Prädikat hält." In es sind Menschen ist,,die Bedeutung der Kopula verändert; aber offenbar darum, weil sie nichts mehr findet, woran sie das Prädikat knüpfen, unter dessen Voraus- setzung sie es aufstellen könnte. Eben hierdurch wird sie das Zeichen der unbedingten Aufstellung; wie sie es auch seyn würde, wenn wir, anstatt: es blitzt, es donnert, vielmehr sprächen: es ist Blitz, es ist Donner.“ (Lehrb. zur Einl. in die Philosophie 2, § 53–63.) Mit den Impersonalien sind die Existen- tialsätze aber gar nicht zu vergleichen: Eine (unbedingte),,Aufstellung" ist es nur, wenn man es gibt Schnee dahin versteht, daß Schnee (überhaupt) ,, vorkommt", nämlich neben Wasser usw. Es schneit, es ist blauer Himmel antwortet aber auf die Frage, wie das Wetter ist, nämlich das Wetter ,,draußen". Was bei Herbart absolut gesetzt wird, bleibt unklar. Mit Grund. Denn Herbart suchte die Existenz abzuleiten durch die Entschränkung des von einem,,Begriff" (?) besetzten,, Prädikates". 2) 1. c. S. 461. 4* 51