bezeichnend, daß wir gerade dann bloß von ,,einer Mitteilung" sprechen, wenn wir von einer Kennzeichnung dessen, was man eigentlich vernimmt, absehen und nur das Ergebnis der Kennt- nisnahme betonen wollen. Man vernimmt aber entweder einen Bericht, oder eine Meldung, oder eine Erzählung usw. Was man so vernimmt, ist etwas anderes, als das, was man durch den Bericht usw. erfährt, bzw. von dem man auf diese Weise Mit- teilung erhält. Man äußert sich über etwas. Nämlich in der Form einer Erzählung, einer Meldung usw. Der Ausdruck,,Aussage" wäre hier wiederum ungemäß. Denn,,Aussage" bezeichnet nur die Seite meiner Äußerung, nach der darin etwas aufgezeigt ist. Insofern ist die Aussage das, was wahr ist oder nicht. Der aristotelische Terminus λóyos àñоpavτinós bezeichnet die Aussage. Εστι δὲ λόγος ἅπας μὲν σημαντικός, οὐχ ὡς ὄργανον δέ, ἀλλ᾽ ὡς προείρηται, κατὰ συνθήκην. ἀποφαντικός δὲ οὗ πᾶς, ἀλλ' ἐν ὦ τὸ ἀληθεύειν ἢ ψεύδεσθαι ὑπάρχει. οὐκ ἐν ἅπασι δὲ ὑπάρχει, οἷον ἡ εὐχὴ λόγος μέν, ἀλλ᾽ οὔτε ἀληθὴς οὔτε ψευδής. 1). Bolzano entgeg- nete:,,Eine Frage. sagt freilich über das, worüber sie fragt, nichts aus; darum sagt sie aber gleichwohl noch etwas aus: Unser Verlangen nämlich, über den Gegenstand, wonach wir fragen, eine Belehrung zu erhalten. Sie kann eben deshalb auch Beides, wahr und falsch, seyn²)." Daß man in der Frage, nämlich dadurch, daß man überhaupt fragt, sich-äußert-über das, was man von dem anderen (wissen) will, ist aber noch keine Aussage darüber. Als Äußerung ist die Frage aber auch nicht ,,wahr" oder nicht. Man drückt aus, was man von dem anderen will, bzw. im Falle eines Berichts z. B. was,,man ihm sagen will". Der sog. Ausdruck ist beidemal weiter nichts als ein Mittel der Äußerung.,,Ausgedrückt-sein" besagt hier nicht - wie im Fall der Aussage —, das zu-Wort-gekommen-sein von,, Gegebenem“, ,,so wie es an ihm selbst ist" bzw.,,so wie es sich zeigt³)“. 1) de interpretatione 17a, 1-4. 2) Wissenschaftslehre Bd. I, 1837, S. 88. 3) Vgl. hierzu die VI. Untersuchung in Husserls Logischen Unters. II, Teil 2, insbesond. §§ 68-70. Husserl wendet sich gegen die Gleichordnung der Fragen usw. mit den Aussagen insofern, als das den Fragen usw. Ent- 3 33