hört oder nur eben einfach das vernimmt, was ich ihm sage, -, ist dabei nicht bloß dem gegenüber geöffnet und dem zuge- wendet, was,,objektiv" aus meiner Aussage zu entnehmen ist. Man sagt z. B. obgleich, nämlich, und usw. Der Vorbehalt, der in obgleich,,liegt“, gehört nicht zu dem, worauf sich die Rede er- streckt, sondern ist etwas, was in bezug darauf, daß man etwas sagt, gemacht wird. Und trifft nicht eine Verbindung, sondern verbindet¹). In der Rede,,äußert man sich" über etwas. Wörter und Wen- dungen sind Ausdruck im Sinn von Ausdrucks mitteln, zu denen man greift. Die grammatische Konstruktion steht unter dem téλoç dessen, was man sagen will.,,Satz“ bezeichnet ein gram- matisches Gefüge; es verschlägt dabei wenig, ob es vielleicht nur zu erraten ist, was aufeinander bezogen und wie das eine zum anderen gefügt2) ist. Die grammatischen Kategorien bzw. die Wortklassen sind aber nicht als ein festes System vorhanden. In dem durch die innere Sprachform bestimmten Prozeß werden sie allererst die eine durch die andere heraufgeführt. Freilich gibt es so etwas wie den Genitiv als nämliche grammatische Form in 1) Reinach, Zur Theorie des negativen Urteils (Ges. Schr. 1921 S. 101/02). 2),,Die Chinesische Sprache braucht alle Wörter in dem Zustand, in dem dieselben, abgesehen von jeder grammatischen Beziehung, nur den Begriff ihrer Bedeutung ausdrücken, sie stehen, auch in der Redeverbindung, alle, gleich den sanskritischen Wurzelwörtern, in statu absoluto... Die Chinesische Sprache bietet die sonderbare Erscheinung dar, sich durch die bloße Verzichtleistung auf einen allen Sprachen gemeinsamen Vorzug einen anzueignen, der in keiner anderen angetroffen wird. Indem sie Vielem entsagt, was der Ausdruck hinzufügt, hebt sie gerade den Gedanken stärker hervor, und besitzt eine in dem Grade nur ihr eigenthümliche Kunst, die Begriffe so unmittelbar aneinander zu reihen, daß ihre Übereinstimmungen und Gegensätze nicht bloß, wie in anderen Sprachen, wahrgenommen werden, sondern den Geist, ihn mit einer ihm neuen Kraft berührend, gleichsam zwingen, sich der reinen Betrachtung ihrer Beziehungen zu überlassen. Es entsteht daraus, noch selbst unabhängig vom Inhalt der Rede, ein, in anderen Sprachen in dem Grade unbekanntes, bloß aus der Form und der Anordnung der Begriffe hervorgehendes, rein intellectuelles Vergnügen, das vorzüglich durch die Kühnheit bewirkt wird, lauter gehaltvolle, selbständige Begriffe bezeich- nende Ausdrücke in überraschender Vereinzelung nebeneinander hinzustellen, und alles für sich Gehaltlose, und nur Fügung und Verknüpfung Bezeichnende zu entfernen." (W. v. Humboldt, Über den grammatischen Bau der chinesi- schen Sprache 1826, Gesamm. Schr. V, S. 309 ff.) 30