Duns Scotus erklärt: Modus significandi per modum adia- centis sumitur a proprietate rei, quae est proprietas alteri ad- haerentis secundum esse (§ 32). Und übersetzt man Adjec- tivum mit,,Eigenschaftswort", so meint man dasselbe. Nämlich daß das Adjektiv eine Eigenschaft in dem Sinn bezeichnet, daß Wörter von adjektivischer Endung Eigenschaften,,bedeuten "bzw. ,,sind". Durch Beifügen eines Adjektivs wird aber etwas nur kennt- lich gemacht, bestimmt und näher beschrieben. Sicherlich: die blaue Hyazinthe dort wäre eine ungemäße Bezeichnung, wenn die Hya- zinthe nicht blau,,wäre“, nämlich blau blühte. Aber die Beifügung von blau ist durch die Absicht der Rede motiviert. Eine Eigenschaft dieser Hyazinthe, die als Hyazinthe nur eben auf ihre Art hin, also noch nicht genügend bezeichnet wäre, wird beigefügt, um sie als diese Hyazinthe unter den anderen kenntlich zu machen. Das Ad- jectivum,,bestimmt" nicht einfach, sondern fügt eine Bestim- mung bei. Die grammatische Konstruktion die blaue Hyazinthe dort ist,,Ausdruck" im Sinn eines hier zur Bezeichnung passen-` den Ausdruckes; sie ist aber nicht ein,,gemäßer" Ausdruck in dem Sinne, als ob das Gegebene hierbei gleichsam,,von sich aus zu Wort gekommen" wäre. In der Rede bezieht man die Worte so aufeinander. Nämlich sofern sie es hierbei auf etwas abgesehen hat, zu dessen Verständnis die Bezeichnung dieser bestimmten Hyazinthe unumgänglich ist. Die adjektivische Form ist etwas, was ein Wort bekommt. Sie bezeichnet nicht die Seite, nach der das angesprochen wird, was das Wort,,bedeutet“. 4. „Für das starke und also primäre Zeitwort sprechen ist . . . soviel sicher, daß von einer schallnachahmenden Wurzel auszu- gehen ist; Rede ist dagegen frühe Entlehnung aus lat. ratio, (nach Kluge),,unter Mitwirkung einer ähnlich lautenden und bedeutungsverwandten germanischen Wurzel" ¹). Die ratio liegt in der Umsicht der Rede. Was man sagen möchte, ist vernehm- bar zu machen. Die Worte werden betont; durch hindeutende 1) Ammann, 1. c. S. 38. 28