verbundenen,,Begriff" subsumiert werden kann. Felis leo ist ebenso allgemein wie Löwe. Das Nomen adjectivum wird von F. Haase¹) durch,,eine ganz natürliche Fortbewegung des Begriffs" vom Nomen appellativum her dahin bestimmt, daß sich hier die Zahl der Merkmale bis auf ein Merkmal verringert hat. Als Nomen adjectivum wird also z. B. rot von vornherein in seinem Bezug auf einen roten Gegenstand betrachtet; man versteht es als Prädikat. Und das liegt nur in der Konsequenz der Lehre, daß die Bedeutung eines Wortes ein von irgendwoher etwa durch Abstraktion gewonnener,,Begriff“ ist. Gerade die Sprache bewahrt aber in den Wortbedeutungen die ursprünglichen,,Begriffe". Und,,ursprünglich" meint hier nicht genetisch : primitiv, sondern den Gegensatz zu dem ,,Begriff", wie er wort fremd in der Logik als Prädikat auf- tritt. Der Bedeutungsunterschied eines Nomen appellativum²) von einem Nomen proprium kann nur an der bedeutungsmäßigen Substanz aufgewiesen, aber nicht an dem Bezug des Wortes auf,, Gegenstände" erläutert werden. - - Das „Adjektiv“ ist aber überhaupt nicht durch seine „Be- deutung", sondern wie z. B. auch Substantiv als Redeteil gekennzeichnet. -- Die Verwendung eines Nomen proprium in der Rede hält sich an seine,,Bedeutung". Nur weil Löwe Name ist, kann durch Löwe etwas namhaft gemacht werden. Als Adjectivum ist aber ein Wort von vornherein nur auf seine Funktion in der Rede hin gekennzeichnet. Bei einer grammatischen Wortart, wie es das Adjectivum ist, entsteht die Frage nach der,,Bedeutung“, die ein Wort als Adjectivum hat, nur in dem Sinn, als man eine Erklärung darüber verlangt, was ein Adjectivum,,soll". Im Adjektiv wird einem anderen,,etwas beigelegt". 1) Fr. Haase, Vorlesungen über latein. Sprachwiss., herausg. von F. A. Eckstein, Bd. I, 1874, S. 52. 2) Der Ausdruck Nomen appellativum steht hier für das, was nicht Nomen proprium ist. Über die bedeutungsmäßigen Verschiedenheiten innerhalb der von den Grammatikern als Nomen appellativum bezeichnete Wortklasse vgl. oben S. 20/1. 27