zeichnungen bei anderen Sprachgemeinschaften als den Aus- druck einer Farbenblindheit zu deuten überhaupt versucht sein konnte, demonstriert nur eine Befangenheit angeblich,,objektiv wissenschaftlicher" Begriffe bzw. Begründungen in unser sprach- liches Wissen¹)“. 3. Die Grammatiker unterscheiden Nomen proprium und Nomen appellativum, wohl auch weiter z. B. Nomen adjectivum usw. Davon sind aber Nomen proprium und Nomen appellativum zunächst durch ihre bedeutungsmäßige Substanz unterschieden. Denn auch die Verwendung des Eigennamens ist an eine bestimmte Konzeption gebunden. Er ist Nomen proprie dictum, so- fern er einen Träger hat, dem er als Namen gegeben ist. Das was und sofern es einen Eigennamen bekommen kann, hat eine besondere,,Bedeutung". Die Kennzeichnung eines Tieres als felis leo bezeichnet eine besondere Wendung, unter der das ge- nommen wird, was man sonst einfach einen Löwen nennt; felis leo bezeichnet z. B. - und das ist in der binären Form dieses Namens auch ausgedrückt die Verwandtschaft dieses zu an- deren Tieren²). Die Grammatiker geben freilich das Unter- scheidende zwischen Nomen proprium und Nomen appellativum anders an. Nämlich dahin, daß das Nomen appellativum ein Ge- meinname sei, ein Nomen proprium aber das „,ganz Einzelne“ bezeichne³). Wörter wie Eisen, Löwe usw. sind aber keineswegs allgemein in dem Sinn, als ob ihre ,, Bedeutung" allgemein wäre. Allgemein ist dieser Name nur in Hinsicht auf seine Ver- wendung. Etwas fällt nur insofern unter Eisen, als es,,von Eisen ist", aber nicht deshalb, weil es etwa unter einen mit dem Wort 1) Weisgerber, 1. c. S. 253. 2) Vgl. Teil I S. 31. ― 3) Duns Scotus z. B. gibt folgende Erklärungen:,,Modus significandi per modum communis sumitur a proprietate rei, quae est proprietas divisi- bilis in plura supposita, vel communicabilis pluribus suppositis, a qua proprietate, secundum Logicum, sumitur intentio universalis; et hic modus constituit nomen commune et appellativum." (1. c. § 28.),,Modus signi- ficandi per modum appropriati sumitur a proprietate rei, quae est proprietas indivisibilis per plura supposita, a quo etiam sumitur apud Logicum intentio individiationis; et hic modus facit nomen proprium." (1. c. § 29.) 26