nur eine besondere Richtung des Vergleichs zutage. Die runde und längliche Form sind hier nicht bloße Merkmale. Die ganze ,,Ansicht" der Dinge ist verändert. Das Besondere liegt in der Wendung, unter der hier etwas als „,Sache“ behandelt wird¹). Der einzelne bleibt befangen in dem Bann dessen, was in dem vokabulären Bestand seiner Sprache als,,begriffen" enthalten ist.,,Seine" Sprache, d. i. aber die bestimmte Gemeinsprache, in der er aufgewachsen ist. Von daher versteht er die,,Dinge“. Die Erfahrungen, die er macht, stehen unter der Leitung dessen, was er,,weiß“. Sie sind nichts, was von ungefähr bei Eindrücken anhebt, deren Verarbeitung seine Leistung wäre²). Deshalb geht es z. B. nicht an, eine ,,Entwickelung des Farbensinnes" bzw. eine ,,Entwickelung des Beurteilungs- 1) Vgl. hierzu auch die von F. H. Cushing beschriebenen manual con- cepts der Zuñi-Indianer. (Zit. bei Levy-Bruhl, Les fonctions mentales dans les sociétés inférieures 1922, S. 178 ff.) - 2) Vgl. hierzu die von A. Gelb und K. Goldstein gegebene Analyse eines Falles von partieller Farbennamen-Amnesie (Psychologische Forsch. VI., S. 1925, 127-186). Der hier untersuchte Pat. verhielt sich bei der Prüfung mit dem Anomaloskop usw. wie ein absolut Farbentüchtiger. Er war aber unfähig, vorgezeigte Farben richtig zu benennen. Dagegen gelang es ihm außerordentlich gut, die Nuance irgendeiner vorgelegten gegenständlichen Farbe aus einem Haufen vorgelegter Farben auszusuchen. Er verhielt sich dabei konkreter als der Normale.,,War unter den vorgelegten Farben keine, die für den Pat. zum Gegenstand paßte, so wählte er gar keine. Niemals wählte er eine Farbe, die nur insofern zum genannten Gegenstand paßte, als sie zur selben Kategorie gehörte, wie der Farbenton des Gegenstandes.“ Auch bei der Holmgreen'schen Sortierprobe war er,,im Gegensatz zum Nor- malen... nur dann mit seiner Auswahl zufrieden, wenn er objektiv sehr ähnliche Farben festgestellt hatte". An Farben, die dem Grundton nach ähnlich waren, ging er achtlos vorbei. Akzeptieren konnte er nur auf Grund des jeweils vorhandenen konkreten Ähnlichkeitserlebnisses. Er griff nie nach Farben, die zu derselben Grundfarbe“ gehören. Der Pat. war in seinem ,,begrifflichen" bzw.,,kategorialen" Verhalten beeinträchtigt. Die von dem Pat. nachgesprochenen Farbnamen hatten etwas eingebüßt,,,was ihnen nor- malerweise zukommt, und was sie geeignet macht, im Zusammenhange mit dem kategorialen Verhalten verwendet zu werden... Faßt man die Bedeutung der Sprache in diesem Sinne, dann dürfte man allerdings kaum mehr sagen können, daß die Sprachstörung die Beeinträchtigung des kategorialen Ver- haltens verursacht, denn die Laute in ihrer signifikativen Bedeutung, als Zeichen der Begriffe haben zu können, das besagt ja nichts anderes als ein kategoriales Verhalten einnehmen zu können. Kategoriales Verhalten und Haben der Sprache in ihrer signifikativen Bedeutung ist der Ausdruck ein und desselben Grundverhaltens." "" 24