ursprüngliche Bedeutung hinweg, unter der die Farben gesehen werden ,,gesehen" nicht nur in dem Sinn von auslegend ,,genommen", sondern auch in dem Sinn ihrer natürlichen Ent- stehung als Qualität¹). Betreffs dessen, was so von der Stelle seines Ursprungs gelöst und insofern transzendent geworden ist, kann freilich nur so etwas in Frage stehen wie seine objektive Richtigkeit, bzw. eine einschränkende Korrektur angebracht werden, wie sie in dem ,,subjektiv“ ausgedrückt ist. „Objektiv“ und „,subjektiv“ be- zeichnen aber hierbei nur keinen ursprünglichen Bezug. - Was aber unter diesem Horizont, unter dem Aspekt des trans- zendentalen Idealismus, als nachträgliche Bewährung erscheint wobei die Bewährung nur die methodische Preisgabe ursprüng- licher Sicherheit ausdrückt, das ist, recht besehen, ein sich- selbst-voraus-sein, sofern man nur unter Antizipationen etwas „nehmen“ kann. Ganz allgemein gehört es zu meiner Existenz, daß ich etwas vor-habe. Man hat die Dinge im voraus auf etwas hin genommen, wenn man sie befragt. Bestimmungen haben zum voraus Modalitäten des Befragens, was schon als Befragen onto- logisch belastet ist. Dieses ,,im voraus haben" meint keine Vor- aussetzung oder gar irgendeine voraus angesetzte Überzeugung. Das Sichvoraussein trifft die Zeitlichkeit dessen, der,,schon da" ist, wenn er sucht, fragt, beobachtet. Daseiend ist man gelegen in der Welt. Die Dinge, die zur Welt gehören, die vorkommen oder vorhanden sind usw., stehen gerade insofern nicht in diesem Verhältnis zu der Welt, was wir,,Verschränkung“ nannten. Man ist bei den Dingen, die 1) Die Sinnesphysiologie handelt von den,,Farben, die gesehen" werden. Sie werden dort Empfindungen genannt. Deren Entstehung ist indessen kein Vorgang, den man einfach auf seine,,Bedingungen“ hin analysieren könnte. Physiologisch bzw. biologisch hat es sein Bewenden bei dem Herausschneiden gewisser kausaler oder finaler Beziehungen als einer,,Situationsgestalt". Es ist willkürlich, was man hier als Ursache oder als Wirkung betrachtet. Beides sind Glieder eines in sich zurücklaufenden Gestaltkreises. (Vgl. v. Weiz- säcker, Über medizin. Anthropologie, Philos. Anzeiger II 1927, S. 243.) Diese ,,Situationsgestalten" haben selbst keine Bedingungen. Daß es hier nichts zu erklären gibt, wird durch die Einführung solcher Termine wie,,Tendenz“, ,,Sinn" u. dgl. auch eingestanden. 10