ist keine an ihm gesetzte, nämlich keine materielle Verände- rung, sondern ein Status. Bezeichnet man es als eine Eigen- tümlichkeit der Erkenntnis, daß etwas darin wohl umfangen, aber doch wiederum dem unberührt in Distanz entzogen bleibt, so bekommt das seinen ersten Sinn darin, wie hier die Dinge auf der Stufe der Phänomenalität gesehen werden. Die Unmit- telbarkeit des Sehens ist eine andere als diejenige der Wahr- nehmung. Wenn man nämlich die Wahrnehmung konfrontiert mit dem, was man nur vermutet oder erschließt auf Grund einer in dem Sinne unmittelbaren Erfahrung, als eben die Wahrnehmung ein tatsächlicher Umgang mit den Dingen ist, wo man ihnen auch begegnet und ihnen gegenüber tritt. Die Originarität hat also verschiedene Wurzeln; fürs erste die eben genannte Unmittelbarkeit der Wahrnehmung; dann die im Aussehen implizierte Originarität, weil dort etwas auf- geschlossen und offenbar geworden ist und so sein,,an sich" gerade gewonnen hat gegenüber der Originarität im dritten Sinn, wie sie etwa vorliegt bei dem Hart. Denn hier kann man von dessen Originarität nur insofern sprechen, als die Härte nicht zur Phänomenalität gehört, sondern zu dem Dinge selbst, so wie es primär ist in seiner leibhaften Beschlossenheit. Farben und Töne sind Qualitäten anderer Art wie die Härte, die von sich selber gar nichts und nur von dem Dinge erzählt, zu dem sie gehört. In keinem Fall stellt sich aber die Originarität einfach dar als die Unmittelbarkeit erfüllender Anschauung. Die „Er- kenntnis" modifiziert sich nach dem im Umstand meines Da- seins belegenen und in den Sinnen je so oder anders gebroche- nen Bezug auf,,die Dinge". Sie ist aber nicht nur,,intentional bezogen" auf einen in Thesen konstituierten und verifizierbaren Gegenstand. Sie hat überhaupt keine solche Prätention auf Wahrheit. Die Dinge, denen ich begegne, die ich sehe oder höre, sind keine Objekte. Das, wovon ich aber weiß bzw. was ich noch nicht kenne, ist etwas jeweils so oder anders von mir und für mich,,angesetztes". - 105