sein müßten, so entsteht unvermeidlich die von Herbart ent- wickelte Aporie. Blau, Hart usw. sind dann schlechthin Vie- les, was doch wiederum Eines wäre. Nämlich der Gegen- stand, der angeblich Blau, Hart usw. zu Eigenschaften hat, der aber tatsächlich nur darein als in,,an ihm vorfindliche" Mo- mente auseinander treten kann. c) Wir betonten aber, daß Blau keineswegs ein Abstraktum un- ter anderen im prädikativen Bestande eines Gegenstandes, son- dern schlicht eine Farbe ist. Blau kann nichts anderes,,be- ´stimmen“. Z. B. nicht so etwas wie das Ding. Das wurde aber überhaupt nicht,,bestimmt". Die sog. Bestimmungen waren Prädikate, und das angeblich bestimmte Individuell-Konkrete war derart restlos in seinen Prädikaten dargestellt, daß es sich in deren Deckung bzw. Widerstreit als „Objekt" konstituierte. Nämlich in einem unendlichen Fortgang solcher Setzungen, deren durch die unbekannte Randbedingung des ganzen Sy- stems definierte Mannigfaltigkeit im sog. Gegenstand und in dessen,,Individualität" reflektiert war; der transzendental- philosophische Wahrheitsbegriff war insofern angelegt in der Monade von Leibniz. Was als Kerze angesprochen wird, ist nicht einfach,,das- selbe" wie das, was,,von Wachs" ist. Die Kerze kann nur aus Wachs hergestellt sein, und Wachs spielt dabei die Rolle des Materials, aber nicht die des Stoffes. Die Identität bei der Veränderung war keine Identität eines in der Verände- rung beharrenden Gegenstandes. Was hier identisch war, bzw. was blieb, das war gar nicht anzugeben. Schon diese Frage war aber verkehrt. Zu entdecken war nur eine Umgestaltung bzw. Verwandlung. Gerade das Beispiel der Verwandlung zeigt aber deutlich, daß es gar keine Verwandlung wäre, wenn hier etwas „identisch" bliebe. In Verwandlung und Umgestaltung sind nur je andere Modi bezeichnet, unter denen das eine an das andere geknüpft ist. Es ist nicht so, daß,,etwas“ einfach 102