Habitus. Denn der Habitus ist nicht nur in einem indifferen- ten Sinn Ausdruck eines andern so und so seienden. Dasjenige, was der,,ist“, nämlich der Löwe in seiner Erscheinung, ist ja allererst geprägt worden in demjenigen, was wir deshalb seine äußere Erscheinung nennen. Nur hier konnte man so etwas konzipieren wie das eidos. Farbe und Gestalt sind keine Eigenschaften des Löwen. Die Farbe inhäriert ihm nicht. Die Inhärenz der Farbe war fürs erste nicht die abstrakt allgemeine Beziehung, die man zwischen einem,,Gegenstand" und einem andern „Was“ an- setzt. Das Aussehen war der bestimmte dialektisch greifbare Modus, unter dem die Farbe inhäriert. Wir bezeichneten das Aussehen als einen Status. Physikalisch so und so qualifi- zierte Materie wird durch das Licht zur Sichtbarkeit aufge- brochen. Daß das keine Veränderung des Körpers, sondern nur eine Metamorphose auf eine andere Stufe der Manifesta- tion ist, war bezeichnend für die Natur der Farben selbst. Nur im Bereich der Erscheinung sind sie zu finden. Erscheinung war dabei kein erkenntnistheoretisch definierter Begriff, son- dern in seiner natürlichen Dialektik aufgewiesen. Was die Farben,,sind“, ist aus ihrer natürlichen Entstehung in und an physikalisch so und so qualifizierter Materie zu begreifen. Die Inhärenz der Farben, d. i. das Eigenschaft-sein war deshalb eine natürliche (obgleich keine mit den Methoden der Naturwissenschaft - insbesondere nicht physikalisch faßbare) Beziehung. Entsprechend ist aber auch die Konfigu- ration eines Kristalles die schlichte Auswirkung von so und so qualifizierter Materie. Damit soll hier nicht eine unbe- strittene Tatsache festgestellt, sondern nur fixiert werden, was als,,Konfiguration" hier genommen wird. Farbe und Ge- stalt gehören zur „,äußeren Erscheinung" des Löwen. Sie haben hier nicht den unmittelbaren Bezug zu einer Natur, wie er in der Inhärenz einer Qualität und in der Konfigura tion bezeichnet war. Die äußere Erscheinung ist kein Status. Sie hat keine Metamorphose zum Voraus. Es ist darin nicht - 96