turen deutlich sind. Der Vorzug des scharf umrissenen As- pektes ist merkwürdig. Denn der verschwommene Kontur ist an seiner Stelle nicht weniger wahr. Man sucht aber den an- deren. Der nicht einfach zu dem einen der möglichen Aspekte gehört, in die das Ding als in seine Darstellungen gleichsam verloren wäre. Schon die sog.,,Deutlichkeit“ des bevorzugten Aspektes ist nur aus dem zu begreifen, was hierbei zum voraus konzipiert worden war, als man das Objekt befragte. So etwas wie der Löwe oder eine Wachskugel haben kein Aussehen wie das Wachs selber. Freilich ist der Löwe gelb. Oder ist es das Fell oder was sonst? Beim Wachs sind solche Fragen gar nicht angängig. Ich meine, daß hier bei dem Wachs die Qualität eine ganz andere und ausgezeichnetere Stellung hat. Wir hoben früher die Differenz zwischen dem Gelbsein eines Fleckes und der Zugehörigkeit dieser Farbe zu den zum Regen- bogen gehörigen Farben hervor. Die Unterschiede lagen dabei in der formalen Zugehörigkeit des Gelb. In beiden Fällen konnte man aber nicht sagen, daß dasjenige, was gelb,,war“, gelb zur Eigenschaft hatte. Freilich - gelb bestimmte den Fleck und in gelb usw.,,spielte" der Regenbogen. Aber zu keinem von beiden gehörte das Gelb. Fleck und Regenbogen waren ja umgekehrt gerade als der Modus des Daseins von Gelb konzipiert worden. Der Anschein einer Inhärenz ent- stand hier nur dadurch, daß Qualitäten nur spezifisch diffe- rieren können. Darin waren sie aber eins z. B. mit den Stof- fen. Sie bedurften nicht eines sog. Trägers, an dem realisiert sie dann die Vereinzelung erfahren konnten, die man ihnen in dem Ansatz von Farbmomenten unbedenklich zugesprochen hatte. Durch gelb als diese von andern spezifisch differente Farbe war der Fleck bestimmt, nämlich gekennzeichnet, nicht anders als ein Stück Eisen durch Eisen gekennzeichnet wird, und anders als gekennzeichnet konnte das gar nicht werden, was als Fleck bezw. bloß als „Stück“ genommen 94