Nur die Farben, aber nicht die Töne nehmen wir als ding- liche Eigenschaften. Obgleich gerade das Geräusch die Bin- dung an den Ort seines materiellen Ursprungs nicht verliert, und auch der Ton nicht, bei dem ,,das angeschlagene Ding nur als Basis gleichsam zur Hervorlockung des Tons dient“ und sich nicht,,mit seinem eigenen massenbeschwerten Innern in die hervorgebrachte Äußerung mischt" 1. Der Körper wird aber nur laut, sofern er reagiert. Freilich ist mir die Zähigkeit, der Grad seiner Wehrbarkeit darin gegeben, wenn Zinn ausein- andergebogen wird und beim Zerreißen schreit. So,,äußert sich“ aber nur seine Natur. In das Geräusch, den Ton, hat sich etwas als in ein anderes realiter umgesetzt. Das Aus- sehen dagegen bezeichnet einen im fremden Lichte gewon- nenen „Status" und keine solche reelle Umsetzung. Insofern war in der Konzeption des Status gerade das Moment des in- Ruhe-gelassen-seins enthalten. Auch die Position der Farbe ist hier, bei dem eigentlichen Aussehen eine andere als z. B. bei dem ins Schmiedefeuer gehaltenen und dort rotglühend ge- wordenen Eisen. Es wird rot, sofern es seine,,ursprüngliche Seinsbasis" 2 gerade aufgegeben hat. Im Dunkeln ist es rot. $ 26. In der bloßen Sichtbarkeit wäre zunächst noch keinerlei er- kenntnismäßige Tragfähigkeit fixiert. Die hat allererst das Aussehen. Und sie bekommt hier ihren Sinn erst unter der Konzeption des Stoffes. Sie ist darin formuliert, daß es über- haupt hier ein Aussehen ist. Die Wahrheit hat nicht einfach zur Formel: So und so ist es. Sie ist gebunden an bzw. antizipiert in dem Modus, unter dem,,die Dinge" befragt werden. Z. B. auf ihre ,,Natur" hin in dem Sinn, wie dasjenige, wovon ein Körper ist, dessen Natur gerade angibt. Nur wenn etwas so,,genommen wird“, ist es möglich, es daraufhin zu untersuchen, wie es inwendig I H. Conrad-Martius, 1. c. S. 284. 2 H. Conrad-Martius. 92