Konstellationen der Materie. Die Lehre von der Erscheinung gehört nicht in die Erkenntnistheorie, sondern in die Natur- philosophie. - ― Die,,Aussage des Bewußtseins, als welches die sinnlichen Eigenschaften den Gegenständen der Natur zuschreibt, unab- hängig davon, ob sie wahrgenommen werden oder nicht“¹, wi- derspricht demnach nur einer verkehrten Interpreta- tion der richtigen Tatsache, daß die sog. sinnlichen Eigen- schaften an den Dingen als Beschaffenheiten freilich nicht zu finden sind. Sie wendet sich recht besehen nur gegen die Relativität der sinnlichen Eigenschaften. Sie sind aber nur deshalb nicht,,relativ", weil sie überhaupt nicht den Dingen als Schicksal zuwachsen konnten. Die Aussage des Bewußt- seins, auf die sich E. Landmann beruft zugunsten einer Reali- tät der sinnlichen Eigenschaften, ist vielmehr zu begreifen durch die zeitliche Neutralität, die mit der Qualität insofern verbunden ist, als in der Qualität etwas präsent ist. $ 24. - Das Aussehen eines Körpers kann verdeckt sein. Z. B. durch einen davor liegenden Glanz, wenn die Fläche eines Metalls spiegelt und dieses so dem Aufschluß zur Sichtbarkeit entzogen bleibt. Wir sagten, daß die Latenz des Aussehens - hier oder bei dem im Dunklen liegenden Mineral — nicht in eine — dann nur eben dispositionelle und damit in die Zeitlichkeit des Kör- pers hinabgedrückte - Existen z dieses Aussehens umzudeu- ten sei. Sie sei vielmehr zu begreifen gerade aus der zeitlichen Neutralität des Aussehens als eines Status. Herbart sagt: etwas ist farbig, aber nicht ohne Licht; in der Begegnung mit einem andern entsteht die Farbe. Daß die Farbe nicht einfach an dem Dinge haftet, ist dabei richtig gesehen. Aber die Lösung durch Einordnung des Dinges in Kaus a lzusammenhänge war falsch. Sie trifft zu für die eigentlichen (materiellen) Beschaf- fenheiten. Für das Aussehen trifft sie nur in den Fällen zu, Edith Landmann, Die Transzendenz des Erkennens 1923, S. 172 ff. 87