'Er liegt darin, die Farben überhaupt,,da sein“ bzw. die Wirk- lichkeit in dinglichen Trägern von Washeiten erstarren zu las- sen. Die Eigenschaften werden zu in mente allenfalls repräsen- tierten dinglichen,,Momenten“ übersteigert. Darin ist aber an- dererseits ebenso die idealistische Reduktion der Realität angebahnt. Nämlich auf bloße Gegenstände, die rot usw. in dem Sinne,,sind", daß sie durch den Vollzug solcher Bestim- mungen ineins mitangesetzt werden. Wozu es dann gehört, daß man der sog. Erscheinung die Wirklichkeit abspricht und sie als etwas nur Irreales in die transzendentale Konstitution knüp- fen kann. Das Irreführende liegt hierbei vorzüglich in dem Bezuge des Sehens auf ein,,Objekt". Man verkennt, wie in der ,,Intentionalität“ der Sinne gerade deren Verstrickung in die Wirklichkeit indiziert ist. ― Das Aussehen eines Dinges ist nicht einfach die Erscheinung des Dinges für ein bloßes,,Subjekt“, das „erkennt“. Wäre es so, dann entstände freilich die Frage, ob die Dinge tatsächlich ´,,so“, d. i. das sind,,,als was" sie da erscheinen. Aber in der leiblichen Organisation ist nicht die bloße Möglichkeit (bzw. Einschränkung) eines „Zugangs“ zu dinglichen Eigenschaften gegeben, die was dann unbegreiflich bleibt - hierbei gerade intentional betroffen würden. Schon im Ansatz der ge- nannten Frage läßt man die Sinnesqualitäten nicht dort, wo man sie überhaupt nur finden konnte. Die These von der „,Ähnlich- keit der Empfindung und des Empfundenen" und ihre Gegen- these vergleichen etwas, was so überhaupt nicht da ist. Nur im Falle der Temperaturempfindung gibt es so etwas wie eine Entsprechung zweier so und so qualifizierter Zuständ- lichkeiten. Bei den Sinnesqualitäten fehlt sie von vornherein. Denn die Sinnesqualitäten sind weder gegenständliche Beschaf- fenheiten noch Beschaffenheiten von Empfindungen, in denen etwas repräsentiert sein könnte. Die erkenntnistheoretische Frage nach einer Übereinstimmung zwischen Phänomenalem und Transzendentem ist hier zu ersetzen durch die Frage nach dem Verhältnis der sinnlichen Qualitäten zu den physikalischen 86