I ung behält dann zwar die Dignität, die sie in der Einstellung des natürlichen Lebens hat. Aber sie behält diese Dignität doch nur deshalb, weil die natürliche Einstellung nur eben im Gan- zen in das System der transzendentalen Phänomenologie trans- poniert worden war. - So geradezu kann man freilich die Frage nach demjenigen, was gesehen wird, auch nicht beantworten. Daß man,,die Dinge selber" sieht, ist vielmehr gerade aus der Phänomenali- tät der Farbe zu begreifen. Unter dem Schema der Intentiona- lität wurde beides mißverstanden. Dieses Schema versagt schon im Falle der Wahrnehmung. Denn der Modus des,,Gegen- über", der in die Konstitution des intentionalen Gegenstandes nur als dessen Objekt-sein geknüpft werden konnte, ersteht allererst im Umgang mit den Dingen: dann, wenn man sich mit ihnen befaßt. Und auch das Sehen ist kein bloß inten- tionaler Bezug. Die Kreide und der Regenbogen beide sind ,,sichtbar". Aber besagt das, sie (?) könnten gesehen wer- den? Im Falle der Kreide: sie - nämlich dieser Stoff, d. i. der Stoff, von dem dies hier ist, sieht weiß aus. Weiß gehört zu seiner Erscheinung. Aber etwas, was von dem Sehen gleich- sam aufgelesen und in einem bruten Sinn nur eben (intentional) betroffen wurde, sucht man vergebens. Darin liegt ja gerade die eigentümliche Dialektik der Erscheinung. An ihr selbst ist sie Erscheinung. Und so ist sie festzuhalten, nicht aber als die Darstellung eines andern, was so und so und dabei unter an- derm auch z. B. weiß,,ist". Bei dem Regenbogen liegt es nicht anders. Die Farben, aus denen er besteht, werden doch nicht. nämlich dann jede als die und die bestimmte Farbe ,,ge- sehen". - Die Sichtbarkeit ist ebensowenig eine Eigentümlichkeit ge- wisser Gegenstände, als das Sehen eine darauf zugeschnittene Möglichkeit ist, diese Gegenstände,,unmittelbar“ zu „,haben“. Das wird hier verdeckt durch die Einführung der Intentionali- tät des Bewußtseins. Dann ist in Empfindungen angeblich „,et- 78