der Farben ein: Die Farben können auch, abgesehen von dem Licht, in dem sie geboren werden, an den Dingen schon um deswillen nicht gesucht werden, weil sie zur,,bloßen Erschei- nung“ gehören. Freilich - für mich erscheinen die Dinge in den Farben. Man ist aber geneigt, diesen Bezug dahin zu interpretieren, sie erschienen mir,,s o“. Als ob der Ansatz einer dinglichen Beschaffenheit unvermeidlich und die Relativität der Erscheinung nur an einer gerade dahin verstandenen Prä- tention dieser Erscheinung, nämlich etwas unvermittelt und ,,intentional" zu treffen, zu bestimmen wäre. Es fällt hier aber auf, wie gerade dann die These von der Relativität der sinn- lichen Erscheinung jede Spitze verliert, wenn dieser Übergang zum Ansatz einer gegenständlichen Beschaffenheit unter dem Zwange des Systems vollzogen wird. Nämlich dann, wenn am Rande des Bewußtseins auftretende Empfindungen in die trans- zendentale Konstitution von Gegenständen einbezogen werden. Denn das Ding ist dann seiner Wahrheit nach nichts anderes als das, als was es da erscheint und als was es da gemeint ist. - Als Modus der Gegebenheit war hier die Erscheinung ein- geführt worden. Schon etwas anderes ist es, sie einfach als das,,Gegebene" zu nehmen. Und sie wird dann zum Proto- typ dessen, daß überhaupt im Bewußtsein,,etwas“ zur Dar- stellung kommt und so allererst in seinem Ausweis entsteht. Jeder Schein bekundet dann eine tiefere Wahrheit und jeder Widerstreit ist dann,,an seiner Stelle gerade das durch weiter umfassende Zusammenhänge für die Erhaltung der gesamten Einstimmigkeit Geforderte". Daß man etwas ,,selbst" sieht, würde dann weiter nichts besagen, als: so, wie es als an sich, nämlich als in Wahrheit seiend von einem thetischen Bewußt- sein entworfen oder zu entwerfen war. Die sinnliche Anschauung wird hier aufgegriffen wie eine Instanz zur Legitimation des Ansatzes von demjenigen, was vorerst bloße,,signitive Intention" war. Die sinnliche Anschau- I Husserl, Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenol. Philo- sophie 19131, S. 91. 77.