1 Die Härte war mit der Sprödigkeit darin gleich, daß der Körper als hart oder spröde sich einfach erwies. D. i. beide wuchsen ihm nicht erst zu wie die Farbe. Das besagt aber nicht, daß die Härte am Körper auch ebenso zu finden ist. Nämlich so, wie die Sprödigkeit an ihm zu finden war: als zuständliche Beschaffenheit des Körpers. Daß hierin die Härte wiederum von der Farbe nicht unterschieden ist, ist die erste Komplika- tion. Die zweite liegt darin, daß Härte und Farbe nicht etwa deshalb keine den Dingen anhaftende Beschaffenheiten sind, weil sie,,empfunden" werden. Freilich - die Härte als eine Be- schaffenheit der Empfindung zu bezeichnen, davor schreckte man zurück. Man beläßt es bei einem,,so und so qualifizierten Gehalt“, der in der „,phänomenalen Sphäre“ anzutreffen sei. Die zurückhaltende Vorsicht der sich hier ins bar abstrakte flüchtenden Terminologie ist bezeichnend. Unter dem von der Erkenntnistheorie entworfenen Schema ist das Eigentümliche der Sinnes-Qualität aber auch gar nicht zu fassen. $ 20. Von einer solchen bestimmten,,Qualifikation“ eines,,Ge- haltes" könnte allenfalls gesprochen werden im Falle z. B. der Wärmeempfindung. Die Temperatur eines Körpers empfinde ich, sofern mein Leibzustand dadurch entsprechend affiziert wird. Eine solche Wirkung (im strengen Sinn) fehlt aber bei den Druckempfindungen. Ich ,,spüre" lediglich die Härte des Dinges, wenn ich es anfasse. Ohne daß hier eine solche Ent- sprechung statt hätte zwischen einer auf mich wirksamen dinglichen und meiner so und so qualifizierten Zuständlichkeit. Man kann hier nicht - das zeigt die Struktur der Täuschungen in beiden Fällen im selben Sinn von einer ,,Vermittlung“ durch die Empfindung sprechen. Der Kontakt ist im Falle der Druckempfindung ein anderer. Es mißlingt hier, einen Ein- druck und etwas anderes, was darin nur eben gegeben ist, aus- einander treten zu lassen. Freilich: die Härte, von der man sagt, daß sie zu dem Ding gehöre, ist etwas anderes, als der ― 74