Der Regenbogen ist aber ein Schein anderer Art wie das subjektive Nachbild einer Farbempfindung oder wie die ob- jektiv vorhandene Luftspiegelung einer Oase. Er ist kein far- biges Bild. Darin, daß der Regenbogen aus den Farben be- steht, ist gerade das konzipiert worden, wie der Ursprung der Farben, in denen der Regenbogen spielt, an und in der sog. Atmosphäre selbst gesetzt ist. Durch den Umstand seines Da- seins, seiner typischen Entstehung ist er ja doch gerade ein Regenbogen. - Sofern aber der Regenbogen aus den Farben besteht, ist sein Dasein gebunden an das Licht. Er ist gehalten von der Lichtquelle und an eine Konstellation gebunden wie der Schat- ten, der der Lampe folgt, wenn diese weggetragen wird. Er ist ,,nichts", es subsistiert ihm nichts. Aber andererseits er hat ,,Beschaffenheiten“, er ist nicht einfach das, woraus er besteht, also etwas anderes, nämlich etwa die Farben. Aber kann man nun hier, wo er doch aus den Farben besteht, sagen, daß uns sein,,Was" durch die Sinne,,nicht bekannt werde?“ Liegt das Was nicht gerade hier zutage, wo der Regenbogen über- haupt nicht anders als im Sehen da ist und erreichbar ist? Wir nahmen die Frage auf, die Herbart gestellt hat, und ge- raten bei der Prüfung ihres Ausganges schon in Verlegenheit. In dem Beispiel des Fleckes liegt es nicht anders. Sofern er durch Blau ja doch nicht als,,dieser“ Fleck nur eben (weiter) bestimmt ist, so als ob Blau eine dem Fleck zufällige Beschaf- fenheit wäre, sondern wo umgekehrt in ,,Fleck“ eine der Farbe zufällige Position bezeichnet, die Farbe aber etwas un- mittelbar Zugängliches ist. ― $ 18. Indessen wir bemerken auch sogleich das abgeblaßte, das die Wendung von dem Bekanntsein des Was dann be- kommt. Was der Regenbogen,,für sich selbst“ und was er „,in Ruhe gelassen" ist, diese Frage scheint hier gar nicht gestellt werden zu können. Als Schein war ja doch der Regenbogen 71