der Sinnesqualitäten bekommt überhaupt erst dann Sinn und Gewicht, wenn sie eingestellt wird in metaphysische Proble- matik. Und darin, daß es philosophisch nur aufgegeben sein kann, die gemeine Weltansicht zu begreifen, darin liegt die sachliche Stärke von Herbarts Überlegungen. Das, wogegen wir uns wenden, ist aber der Versuch, unter dem Titel der Inhärenz das hier vorhandene Problem auf einen Generalnen- ner zu bringen. $ 16. Wenn als das, was existiert nur der blaue Fleck, aber nicht schlechthin Blau angegeben werden kann: inhäriert ihm denn dann das Blau, ist es etwa einfach seine Beschaffenheit? wo doch etwas anderes als Ausdehnung am Fleck als mögliche Beschaffenheit überhaupt nicht zu entdecken ist, die Ausdeh- nung aber anscheinend gerade zur Farbe gehört, sodaß der Fleck einfach aus Blau bzw. den und den Farben zu bestehen scheint, so wie der Regenbogen? Sicherlich,,ist“ der Fleck nicht in dem Sinn blau wie die Tinte, die blau gefärbt ist, oder wie die Bank, die blau angestrichen ist.,,Fleck" bezieht sich ja gerade,,bloß“ auf die Farbe. Blau bestimmt ihn, darin liegt hier das Verfängliche. Aber Blau bestimmt ihn doch in dem be- sonderen Sinn, daß es ihn überhaupt erst zu einem Fleck macht. Weder die Bank noch die Tinte noch der Fleck,,sind" einfach,,blau", wenn man sich für das ,,Sein" nicht beschränkt auf die prädikative Zugehörigkeit des Blau zu allen dreien. Verkehrt ist es aber, dasjenige was und insofern es prädikativ dazu gehört, ihnen einfach inhärieren zu lassen bzw. ein ihnen anhaftendes,,Moment" durch Blau in dem beidemal gleich leeren Sinn bestimmt sein zu lassen, daß es unter Blau falle oder daß es Blau realisiere. Vielmehr: Die hier vorliegende Art der,,Bestimmung" ist angelegt in der Konzeption des Fleckes. Sie ist verhaftet in dem Modus, unter dem hier etwas ge- rade als bloßer Fleck - und als nichts weiter - ange- 69