Transformationen, wie die Gleichung, können zwischen Anzahlen überhaupt nicht vorgenommen werden. Eine An- zahl ist, sofern sie orientiert ist an dem Wieviel dessen, was sie angibt, nur ersetzbar durch andere Anzahlen. Wenn man darnach fragt, was eine Zahl eigentlich sei, so ist es eine Ver- schiebung der Fragestellung, wenn man die Zahlen nicht dort aufsucht, wo sie tatsächlich zu finden sind, nämlich in den ma- thematischen Operationen sondern wenn man sich verleiten läßt, die Frage im positivistisch erkenntnistheoretischen Sinn zu nehmen, um dann das Eigentliche der Zahl in der Anzahl zu finden. 'Auf beiden Seiten einer identischen Gleichung tritt zwei- mal dieselbe Zahl auf. Es hat einen Sinn, hier von einer Supposition zu sprechen, unter der die Glieder der Gleichung die nämliche Zahl sind. Von zwei Anzahlen könnte man aber nicht im selben Sinne sagen, daß sie unter einer gewissen Sup- position die,,nämliche“ Anzahl sein könnten. Anzahlen diffe- rieren untereinander überhaupt nicht spezifisch. Denn Iden- tität kann nur in der Anzahl selbst, d. i. unter der Formulie- rung von etwas als einer Anzahl vorkommen. Z. B. sind bzw. haben die Dinge hier dieselbe Anzahl wie die Dinge dort. Die Anzahlen sind überhaupt nur Angaben. Was als Existenz oder Realisation der Anzahl erscheint, ist tatsächlich nur deren Ta t- sächlichkeit. Eine Anzahl kommt selbst nicht vor. Im besonderen ist sie nicht in demjenigen realisiert, dessen Wie- viel sie angibt. Es gibt keine Entsprechung zwischen der An- zahl und deren Elementen, als ob eine Anzahl anders als eben als Angabe von Tatsächlichem in re selbst gefunden werden könnte. Die Anzahl ist aufzuspalten nach der Seite des Tat- sächlichen und nach der Seite ihrer angebenden Funktion. Es gibt hier weder etwas, was einmal, noch was mehrmals vor- kommen könnte; es gibt hier aber auch nichts, was unter einer bestimmten Supposition als dasselbe, nämlich als „,Träger von Bestimmtheiten" auch nur erscheinen könnte. 59