liegt es gerade umgekehrt. Es ist beides, nämlich von Eisen und ein Würfel, und es ist ausgeschlossen, daß dies beides,,dasselbe" sei. Es ist demnach eine gemachte Schwie- rigkeit, wenn man-wie Herbart-diese Identität hier vermißt. Die ganze Verworrenheit in der Frage nach dem Prinzip der Individuation tritt darin zutage, daß es gerade dort, wo etwas lediglich bestimmt ist, zu,,Mehreren" kommen kann (obzwar nicht zu mehreren Trägern dieser Bestimmung im Sinne von Exemplaren ¹). Auf den beiden Seiten einer Glei- chung oder an verschiedenen Stellen einer Summe steht z. B. die 3. Sicherlich: das Gleichheitszeichen in der Gleichung be- zeichnet Gleichheit und nicht einfach,,Identität"; es wäre sinnlos, dieses Zeichen dort anzuwenden, wo tatsächlich Iden- tität (nämlich mit orientierender Funktion) vorliegt. Aber in der Gleichung liegt eine spezifische Gleichheit vor. Denn das, was auf beiden Seiten einer Gleichung steht, ist nicht etwas, was hinsichtlich von Eigenschaften einander gleich wäre; die Zahlen auf beiden Seiten sind keine Gegenstände. Es sind nicht etwa Exemplare von 3, die einander gleich wären oder die addiert werden könnten. Als solche Exemplare genommen wären 3 und 3 zusammen,,zwei", nämlich zwei Dreien, aber nimmermehr = 6. Die Dreien auf den Seiten einer Gleichung sind eben nicht einander gleich wie Dinge, die nur in gewisser Hinsicht einander gleich sein können. Vielmehr ist es die- selbe Zahl, die in 33 auf beiden Seiten steht oder die in einer Summe mehrfach vorkommt. Als ,,dieselbe" Zahl ge- nommen steht sie freilich unter einer Supposition, unter der ich nicht mit ihr rechnen, sondern unter der ich sie nur mit anderen Zahlen also mit 4, vergleichen kann. Also gerade darum, weil überhaupt nichts,,eine" 3, sondern nur schlechthin 3 sein kann, d. i. weil 3 nicht realisiert werden kann, kann 3 mehrmals vorkommen. - 7, · • 1 Vergl. dagegen H. Rickert (das Eine, die Einheit und die Eins 2 1924) und zur Kritik meine Besprechung in den Gött. Gel. Anz. 186. Jahrg. 1924, S. 185 ff. 57.