Drei, Dreieck usw., aber nicht im Falle des Daseienden, könnte man noch am ehesten den Ausdruck,,Träger einer Bestim- mung“ für angemessen halten. Sofern nämlich etwas tatsäch- lich weiter nichts als ,,ein Dreieck“, „Drei“, „eine Menge" bzw.,,die Menge aller Ordnungszahlen“ „ist“: Die Mathematik untersucht z. B. kongruente Dreiecke. Das sind sicherlich nicht die gezeichneten Dreiecke. Aber doch die gezogenen, konstruierten, die dadurch, daß sie gezogen sind, noch nicht etwa in Existenz überführt worden sind. Sie sind aber auch nicht etwa bloß anschaulich gemacht. Die Darstellung ist kein bloßes Bild, durch das man sich etwas nur eben deut- lich gemacht hätte. Darin, daß die Gerade,,gezogen“ ist, hat sie eine ihr eigentümliche Seite bekommen. Sie ist dadurch manifest geworden. Sie wird darin selber angetroffen. Allererst durch ihre Darstellung sind mathematische Mengen bzw. Zah- len das geworden, was man ordnen, womit man rechnen kann. Die Darstellung einer Menge ist gerade der Halt für ihre vor- züglichsten Eigenschaften ¹. Daß aber hierbei z. B. durch die Ordnung eine Menge wohl,,selbst“, aber nicht realiter ver- ändert wird, darin ist die Unmöglichkeit angezeigt, hier so etwas anzusetzen wie etwas, was „,tatsächlich“ diese Menge in dem Sinn wäre, wie etwas in Wirklichkeit von Eisen bzw. ein Eisenwürfel ist. - Zwei verschieden bestimmte Zahlen können verschiedene Zahlen oder die nämliche Zahl sein. Das letztere nämlich dann, wenn etwas das eine und auch das andere z. B. die auf 1 folgende Zahl und die kleinste Primzahl ,,ist". Die Identität betrifft hierbei nur den ,,Träger" von Bestimmungen. Er ist dann identisch, wenn die Bestimmungen gekoppelt sind.,,Bei- des" ist hier,,dasselbe". Bei dem Eisenstück in meiner Hand I Die Notwendigkeit einer Darstellung bei mathematischen Dingen ist der richtige Kern von Kants Lehre vom Schematismus. Die Darstellbarkeit ist hier verborgen in der Rede von der Form der Anschauung. Freilich einer Gebunden- heit in Ansehung möglicher Konstruktion hat man sich hier einfach zu versehen. Aber was denn nun eigentlich hierbei garantiert wird, bleibt ebenso unbe- antwortet wie die Frage, was denn bei Kant als seiend überhaupt gesetzt sei. 56