- konstatieren kann. Das ist aber nicht etwas, dessen man nämlich vor anderem - gewiß sein könnte. In der Tatsache der Gewißheit spiegelt sich nur wieder die wechselseitige Ver- schränkung der Erkenntnis in die Wirklichkeit, wie sie oben dahin formuliert wurde: daß nur hinter einer der Wirklichkeit immanenten Grenze die Wirklichkeit überhaupt befragt und angesprochen werden kann. S 12. Unter der Voraussetzung der herkömmlichen Logik scheint der Ansatz eines prinzipium individuationis unvermeidlich. Man ging aus von der Möglichkeit vollkommen gleicher Dinge. Nämlich solcher Dinge, die gleich sind in allen ihren statischen Bestimmungen, d. i. hinsichtlich von Bestimmungen, wie sie die übliche Logik allein kennt. Man ging aus von gleichen ,,Gegenständen". Das prinzipium individuationis ist dann freilich auch gerade bereits überholt insofern der Gegenstand als ein so und so seiender, d. i. von vornherein als die ,,Vereinzelung" eines prädikativen Bestandes entworfen war, der in der sog. „,Idee" bezeichnet ist. Freilich das Da- sein wäre hier Prinzip einer Vereinzelung, - aber es fehlt, recht besehen, deren Resultat! - Diese atomistische Vorstellung einer Verschiedenheit von schlechthin Individuellem, das nur jeweils so oder so bestimmt wäre, ist preiszugeben. Denn wir suchten vergebens nach et- was, was etwa,,ein Rot" wäre; die angeblich ideale Farbe, die an Gegenständen zur Erscheinung gelangt, d. i. sich realisiert in vorgeblich den Dingen anhaftenden sog. Farbmomenten, war weiter nichts als diese bestimmte und sofern identische, aber darum noch nicht etwa ideale Farbe Rot selbst. Entspre- chendes galt von dem Eisen. Des näheren wurde gezeigt, wie Rot und Eisen als bestimmende Washeiten nur die Farbe bzw. den Stoff des Dinges betreffen, die dadurch ausgezeich- net sind, daß sie ihrerseits nur spezifisch differieren kön- nen. Es war keineswegs so, daß ein,,Gegenstand" in Rot 52