eigentlich, wenn man der Wahrheit in so merkwürdiger Weise ganz eigentlich „,verschrieben“ ist? Nur dadurch, daß sie in dem zeitlich neutralen Gefüge eines prädikativen Sachverhaltes reflektiert sind, konstituieren sich hier die sog. Objekte. Freilich - erst bei Kant ist die Kopula auch in der gehörigen Weise vollzogen worden. Nur zu dem „Ich“ kann das „,Sein“ gefügt werden, und das,,ich bin" besagt keine dingliche Existenz. Die Kopula ist aber hier noch nicht eigentlich begriffen worden. Nämlich auf dem Grunde der,,Lage", in deren Dialektik die zeitliche Neutrali- tät der Kopula an die ursprünglich synthetische Einheit der Apperzeption geknüpft ist. Im Falle einer bloßen (d. i. unvermittelt genommenen) Wirk- lichkeit - was sollte dann in einem echten Sinn eigentlich noch konstatiert werden? Aber ebenso verliert vom koperni- kanischen Standpunkte aus das Konstatieren seinen Sinn. Denn hier gibt es nur ein „objektives" so und so sein. Indessen: es ist eben in Wirklichkeit so oder nicht so. Das, worüber in der Dimension des reinen Bewußtseins entschieden wird, ist dasselbe wie das, was sich insofern ge- rade allererst konstituiert. Nämlich das Sein mit dem Index der Wahrheit, in das die Wirklichkeit übersetzt wurde. Daß nach etwas gefragt bzw. daß die sog. Wahrheit gesucht wird, ist hier nur eine Lesart für das den Prozeß der trans- zendentalen Konstitution durchwaltende Telos. Man hat es wie etwas unvermeidliches einfach hinzunehmen. Freilich - die Wahrheit ist auch und gerade hier ihre eigene Substanz. Aber hier überhaupt als Wahrheit. Statt die Differenzen der Wahrheit selbst zu erörtern, erörtert man hier Unter- schiede im Bereiche dessen, was,,wahr ist". Man redet von Wesenswahrheiten und findet sie gleichermaßen in einer mathematischen Gleichung wie etwa in der Ähnlichkeit von Rot und Orange. Aber im Falle der ersteren ist etwas anzugeben, was richtig ist: eine Wahrheit, die ihre eigene Substanz. 46