das Richtig- bzw. Falschsein einer Gleichung oder entspre- chend modifiziert die Richtigkeit oder Falschheit eines Ur- teils. Die Auszeichnung der existentiellen Wahrheit liegt da- rin, daß hier nicht anzugeben ist, was denn nun eigentlich wahr ist. Wie es das z. B. ist im Falle einer Gleichung. Was hier interessierte, war die Synthesis selbst. Nämlich die Ver- knüpfung von Zahlen bzw. die Richtigkeit einer solchen Glei- chung oder deren Möglichkeit. Man kann eine solche Ver- knüpfung korrigieren, indem man sie ändert. Und ähn- lich liegt es im Falle eines Urteils, wo zwar keine echte For- mulierung, aber doch ein Schema vorliegt für die Operation, Es ist da so, daß der Ausschluß gerade besteht betreffs der Formeln. Während es hier im Grunde doch nur sich auf das- selbe bezieht, wenn es regnet oder nicht regnet. Sofern Be- hauptung und Leugnung sich auf denselben Sachverhalt be- ziehen, ist ihr Korrelat,,theoretisch-different". Etwas was wahr ist, ist hier ebensowenig zu entdecken wie das, was falsch ist. Die Negation ist hier nicht die ,,Seite", nach der die Ent- scheidung fällt. Eine Behauptung wie die, daß es regnet, kann man wohl richtigstellen. Man kann aber hier nichts eigent- lich korrigieren, d. i. ändern, wie bei einer Formulierung. Und sofern hier das,,wahr" nicht wie das „,richtig“ — den auszeichnenden Index von etwas bezeichnet, sofern auch die Behauptung: daß es nicht regnet (wohinein das positum ein- fach umschlägt, ohne daß es aus dessen Falschheit „,folgt“), nur eben,,wahr" sein könnte, — insofern ist hier, wo das,,in Wahrheit sein" zusammenfällt mit,,in Wirklichkeit sein“, die Wahrheit gleichsam ihre eigene Substanz. - Hier liegt das eine Motiv des transzendentalen Idealismus. Freilich ist es gerade hier nicht eigentlich ergriffen worden. Das Gefüge des transzendentalen Idealismus wird gerade dar- aus begreiflich, wie hier, wo alles orientiert ist an der Tat- sächlichkeit, wo aber von vornherein die Wahrheit orientiert wird an der Prüfbarkeit, wo die Tatsachen weiter nichts sind als Argumente mit legitimierender Funktion für Thesen, — - 42