ist dann unvermeidlich, die Existenz der hundert Taler nach dem Schema des Existentialurteils zu behandeln. Man regi- striert und weiter nichts - daß es,,hundert Taler" gibt. ,,Es ist aber das Dasein . . . . nicht sowohl ein Prädikat von dem Dinge selbst, als vielmehr von dem Gedanken, den man davon hat" 1. Wir versuchten fürs erste das Kantische Beispiel von den hundert Talern an die rechte Stelle zu setzen: Mit der,,Exi- stenz" von hundert Talern meint man nicht mehr als: daß sie vorhanden sind. Etwas anderes kann, recht besehen, hier überhaupt nicht in Frage kommen. Sicherlich sind sie in Wirklichkeit vorhanden. Das besagt aber: Das Vorhan- densein von hundert Talern ist ebenso eine Tatsache wie z. B., daß es regnet. Aber hundert Taler können nicht da sein. Den Index des Daseins trägt die Tatsache, daß hundert Taler vorhanden sind bzw. die Tatsache, daß hundert Taler fehlen usw., aber nicht die hundert Taler selber. Andererseits : Gerade durch den Umstand seines Daseins, durch das Schicksal seiner Prägung ist etwas „ein Taler“, nämlich diese Münze; es ist in Wirklichkeit ein Taler. S IO. Von dem wirklichen Taler ist es zwar richtig, daß er auch nicht existieren könnte. Aber das doch nicht so, wie es von Kant verstanden wurde. Nämlich nicht etwa deshalb, weil das Dasein in dem Begriff des Talers nicht enthalten wäre. Gerade das, nämlich der,,bloße Begriff" eines Talers überhaupt - wurde zweifelhaft. Sondern deshalb, weil der Taler, sofern er,,in Wirklichkeit ein Taler ist", a n ihm selber den Zu- fall hat. Damit ist das gemeint: - Läßt man es bei der Existenz in der Umformung bewen- den, unter der sie im sog. Existentialurteil auftritt, dann ist 1 Kant, Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes 1763, I, 1. 40