etwas auftreten, etwas sich konstituieren, etwas konstruiert werden kann. Das Erfaßtwerden ist nur die eine Seite des Prozesses. Das Vorhandensein von hundert Talern ist nichts,,Allge- meines". Hundert Taler sind keineswegs ein isolierter Begriff, unter den etwas fällt und der allgemein wäre. Das zeigt vor- züglich der Fall der Nichtexistenz. Wo es keineswegs wie im Falle einer bestimmten Zahl, die es nicht gibt - so ist, daß ein Was angegeben wird, was es nicht gibt und dann freilich ein für allemal nicht gibt. - Was sind aber dann hundert Taler? $ 9. Unsere Kritik an der Kantischen Lehre von der Existenz, so wie sie vorzüglich in der kleinen Schrift von 1763 vorge- tragen wird, ging aus von der Bemerkung, daß mein Vermögen aus,,wirklichen“ Talern, d. i. aus etwas, was als Taler be- stimmt sein könnte, gar nicht besteht. Damit wurde den hun- dert Talern nicht nur die Materialität, sondern überhaupt das Dasein bestritten. Sicherlich sind sie vorhanden - denn ich kann sie wechseln aber sie können keine Umgestal- tung erfahren wie die geprägten Silberstücke. Von denen kann man umgekehrt nicht sagen, daß sie evtl. in meinem Ver- mögen,,fehlen". Sie können verloren oder vernichtet werden, sie könnten auch nicht da sein (womit man dann meint, ihr Dasein sei zufällig). Demgegenüber sind es schlechthin,,hun- dert Taler", - also doch wohl so etwas wie,,isolierte“ hundert Taler? die in meinem Vermögen vorhanden sein oder die dort in einem ganz eigentlichen Sinn fehlen können. Darin liegt das gerade hier so Verfängliche. - Indessen das Fehlen von hundert Talern ist keineswegs die Negation des Vorhandenseins von hundert Talern. Beide Tatsachen sind nicht wie die kontradiktorischen Seiten einer Alternative ineinander geknüpft. Die hundert Taler sind hier- bei nicht in dem Fall dessen, was da oder nicht da ist und was hierbei identisch bleibt, insofern als es durch den Um- 38