thesis, die in der prädikativen Formulierung des Gegenstandes als eines so und so seienden auch deutlich genug bezeichnet ist. Die angebliche Identität dessen, was man als Gegenstand festhalten wollte, reduziert sich auf die Einheit in eben dieser Synthesis. Man bleibt stehen vor der Tatsache der Umgestal- tung, und: Was sich umgestaltet? danach fragt man hier notwendig ebenso vergebens wie nach dem, was existiert. $ 8. - Eine Kerze ist eine zeitlang vorhanden und dann nicht mehr. Mit,,einer Kerze" verhält es sich da nicht anders wie mit den 100 Talern, in Ansehung derer Kant erinnerte, daß 100 wirkliche Taler dem Begriffe nach nicht mehr enthielten als 100 mögliche eben nur vorgestellte Taler. Und er sagte weiter, daß 100 wirkliche Taler eben zu meinem Vermögen gehörten und daß es freilich sehr viel ausmachte, ob sie in der Lage wären, mein Vermögen zu vermehren oder nicht. Was besagt hier aber,,mein Vermögen"? Sicherlich besteht mein Vermögen, wenn es 100 Taler beträgt, nicht aus den ge- prägten Silbertalern. Es besteht nicht aus „,wirklichen“ d. i. materiellen Talern. Mein Vermögen besteht ja doch nicht aus solchen,,Dingen"; es ist gleichgültig, ob ich einen Papier- schein als Anweisung besitze für „,100 Taler". Trotzdem sind es doch Taler. Denn ich kann sie wechseln, ins Depot legen. Und 100 Taler sind sicherlich vorhanden. Wo ist aber hier - um auf Kants Argumentation in der Möglichkeit eines Gottes- beweises zurückzukommen das existierende Ding bzw. die existierenden Dinge, denen hier die Bestimmtheit von 100 Ta- lern zukäme? Wo ist auch nur dasjenige, was tatsächlich „ein Taler" ist? - Daß Existenz kein reelles, d. i. kein echtes Prädikat ist, hat Kant richtig gezeigt. Aber er beließ es dabei. Nämlich bei dem Begriff als einer,,bloßen Vorstellung“, zu der ein „Gegen- stand" gehört als ein in prädikative Bestimmungen explikables. 34