vom Menschen wird hier mehr im Sittlichen, dort mehr im In- tellektuellen gesucht"¹. Trotzdem besteht zwischen „bête“ und ,,Tier“ die Beziehung, daß das Wort „bête“ „Tier“ heißt. Und es ist wichtig zu bemerken, wie man diese Beziehung zwi- schen den beiden Vokabeln auf keine andere Tatsache zurück- führen kann. Die Beziehung des das und das Heißens ist nicht etwa darauf gegründet, daß in beiden Wörtern dasselbe getrof- fen wäre. Das ist ja gerade nicht der Fall. Von zwei Aus- drücken könnte man wohl sagen, daß dasselbe mit ihnen ge- meint sei. Daß sie denselben Sinn hätten, und durch diese Nämlichkeit würde dann dieser Sinn gerade faßbar werden als dasjenige, worin beide Ausdrücke zur Deckung kommen. Dasjenige, was,,bête" heißt, ist aber nicht anders als durch die Übersetzung dieses Wortes anzugeben.,,Übersetzung“ ist aber hier ganz eigentlich zu nehmen. Nämlich als eine Transformation aus der einen ,,Sprache" in die andere. Man vertauscht nicht nur,,bloße" Wörter, die demselben zugeord- net wären. Die Unübersetzbarkeit eines Wortes z. B. des deutschen,,Roß" - bezeichnet demnach die Grenze einer tat- sächlichen Übersetzbarkeit, wie sie zwischen ,,bête" und,,Tier" besteht. Keineswegs ist aber in dieser Übersetzung die Grenze tatsächlicher Unübersetzbarkeit überschritten worden. wäre nur dann der Fall, wenn man den Ausdruck,,Überset- zung" nicht wörtlich nehmen zu dürfen glaubt und eine Iden- tität im Sinne einer Deckung vermißt, die freilich schon im Ansatz verkehrt war. - Das Die Bedeutung ist von dem Wort nicht als von einem bloßen Zeichen ablösbar. Daß man nicht von einer nur lautlichen Seite eines Wortes sprechen kann, so als ob durch seine,,Ge- stalt" etwas lediglich bezeichnet wäre, wird durch die sog. gram- matischen Formen demonstriert. Der Genitiv ist kein bloßer modus significandi. Man pflegt über die einfache Tatsache hin- wegzugehen, daß ein Wort z. B. ein Genitiv ist. Daß der Ge- nitiv, Infinitiv usw. etwas sind, was man kennt. Daß diese I Hermann Ammann, Die menschliche Rede, I, 1925, S. 107. 28