$ 2. Die sog. Idealität des Blau des Farbkörpers fällt mit der Zurechtrückung der Identität. Solange man nicht dasjenige, was ja doch lediglich dieselbe Farbe ist, zu einem idealen Ge- genstande macht, ist vorerst noch kein Anlaß, die verschiede- nen Schicksale, die dieselbe Farbe, z. B. Blau, hat, dem Blau selber wieder ab- und sogen. Vereinzelungen von Blau zuzu- sprechen. Indessen - - - wenn Blau z. B. an dieser Stelle bleicht und an jener anderen davon verschont wird – war es da nicht unumgänglich einzelne individuell verschiedene Blau anzu- setzen.? Oder können wir hier - um an die Frage der Ein- leitung anzuknüpfen nicht umhin, dann eben nur so etwas wie einen Fleck (bzw. das hier aufgestrichene Blau als chemisch angreifbare Farbe) zu meinen? Denn Blau selbst kann doch wohl nicht zu Grau werden. Nur der Fleck, so meint man, der erst die eine und dann die andere Farbe hat. Überdies: die an- gebliche Vereinzelung von Blau stellt vor ziemliche Schwierig- keiten; sie ist ja doch nicht Blau, wie sonst gerade dasjenige, was existiert, blau,,ist", nämlich Blau nicht anders als zur Eigenschaft haben kann. Daß,,Blau“ ihr bestimmendes Was, daß Blau darin,,realisiert“ sei, genügt nicht zur Auf- klärung. Aber schon vorher erheben sich Bedenken. Die Erinnerung daran, daß Blau nur als Accidenz eines andern möglich sei, hilft insofern nichts zur Entscheidung unserer Frage, als diese Frage wiederkehrt bei Washeiten, die gerade substanziie- rend sind. Der Stoff, d. i. dasjenige,,,wovon" z. B. zwei Schrauben sind, ist der nämliche, nämlich Eisen. Ist es nun nicht,,das Eisen", was eigentlich oxydiert, wenn die Schrau- ben rosten? Denn nur ein Stoff kann doch wohl Träger dieses Prozesses sein, ebenso wie nur eine Farbe die Möglichkeit dazu hat, blasser zu werden. Daß dann gerade dasjenige, was dasselbe ist hier und dort, sich nur hier und nicht dort verändert, darin läge vorerst noch keine Schwierigkeit. Denn 13