strengen Sinn) ist hier überhaupt nichts, wenn die Farbe dieses Dinges und die Farbe jenes Dinges in Hinsicht auf ihre Spe- zies betrachtet werden. Spezifisch sind beide dasselbe, näm- lich,,Blau". Gleich oder ungleich könnten nur verschie- dene Farben, z. B. Rot und Orange sein. Oder etwa zwei Blau, z. B. hinsichtlich ihrer Intensität. Man muß sich hüten, die festgestellte Identität der Farbe (n) aus dem Zusammen- hang, in dem sie da auftrat, herauszulösen und sie in eine Identität von,,Blau“ als einer Farbspezies hinüberzu- spielen.,,An sich selbst“ kann überhaupt nichts identisch sein, - etwa mit sich selbst, als ob Identität eine reflexive Relation wäre. So als ob die Identität etwa in dem ausgezeichneten Falle wäre, gerade durch ihre Reflexivität, d. i. durch dasjenige, was ihr sachlicher Gehalt zu sein scheint, die Tatsache umzustoßen, daß Relationen nur zwischen zwei oder mehr Gliedern bestehen können. Diese angebliche Reflexivität ist man nur dann genö- tigt der Identität (in dem hier herangezogenen Sinn) zuzu- sprechen, wenn man verkennt, daß diese Identität nur vor- kommt in tatsächlichen Angaben, daß sie nur dort eine Funk- tion hat. Nämlich eine orientierende Funktion. Z. B. eine andere Farbe auszuschließen. So eine mit Identität gleichsam umkapselte Spezies, der dann zufolge dieser einen Merkwür- digkeit auch noch die andere Merkwürdigkeit der Idealität (gegenüber den individuellen Blau) zukäme, ist nicht zu ent- decken. Blau bezeichnet keineswegs eine ideale Spezies, son- dern ganz schlicht,,irgendeine bestimmte Farbe". Zusatz. Gleichheit ist eine ursprüngliche Beziehung. So etwas wie,,Identität“ (in dem unverbindlichen Sinn, in dem man sie gemeinhin nimmt) ist nicht kon- stitutiv für Gleichheit. Freilich liegt in der Hinsicht, in der Dinge gleich sind, eine Identität. Im bisher betrachteten Falle von Dingen gleicher Farbe war es aber eine bestimmte Art von Identität. Dingen, die gleich sind, sofern sie spezifisch dieselbe Farbe haben, stellen wir gegenüber zwei Körper, die hin- sichtlich ihrer Schwere einander gleich sind. Sie haben das nämliche Gewicht; der eine wiegt ebenso viel als der andere. Im Vergleich der beiden Körper, im gegeneinander Auswägen wird eine Identität“ festgestellt, an die hier eine gegenseitige Vertauschbarkeit der Körper geknüpft ist. Sie ist konstitutiv für das Gewicht selbst, d. i. für dasjenige, hinsichtlich dessen die Körper über- 11