Falle des Regenbogens oder gar bei einem blauen Fleck, der doch gerade das und,,sonst nichts weiter" ist, sagen, daß uns deren Was durch die Sinne nicht bekannt wäre? Freilich ist der Regenbogen bloßer Schein. Aber Regenbogen und Fleck haben Schicksale. Die Existenz wird man ihnen nicht bestreiten können. Indessen - was,,existiert“ hier dann eigentlich? Herbart fragte nach der Substanz zu den Accidentien: ,,das Einfache der Empfindung nimmt niemand für real“. Ein Einfaches der Empfindung liegt aber vor bei dem sog. Nach- bild. Daß es nicht nur Schein, sondern überdies ein nur sub- jektiver Schein ist, d. h. nur erreichbar für ein Subjekt, än- dert nichts an seiner Transzendenz. Man gesteht unbedenk- lich zu, daß Farben hier tatsächlich vorhanden sind: durch Blau und Rot sei etwas qualifiziert bzw. bestimmt. Das Verfängliche liegt darin, wie hierbei die Frage nach demje- nigen, was existiert unter der Hand gleichsam eine Antwort erfährt, wenn mit Rot, Blau ... etwas Gegenständliches in seinem Was bezeichnet ist. Die in dem Verhältnis von Substanz und Accidenz versteck- ten Schwierigkeiten sind damit nicht weggeschafft; sie wer- den gerade hier dringlich: SI. Man spricht von einem Blau als gegenständlichem Ein- zelzug, der verschieden sei von dem Blau eines andern Din- ges. Und nur gegenüber dem nominalistischen Unterfangen, es bei diesen individuellen Blaumomenten bewenden zu las- sen, wird von Husserl,,d as Blau" als deren Idee fixiert. Wir wenden uns gegen den Ansatz der individuell verschiedenen Blau überhaupt. Ineins damit fällt dann aber auch, als deren interpretatorische Kehrseite, der Ansatz eines,,Blau“ als einer idealen Spezies. Die Unumgänglichkeit des Ansatzes einer solchen idealen Spezies ergebe sich - sagt Husserl 1- unter anderm aus einer 1 E. Husserl, Logische Untersuchungen 2 II, S. 112. 9