Ding sei der Besitzer jener Eigenschaften und an denselben zu erkennen. Eben darum, weil man es erkennen muß an dem, was es hat und nicht durch das, was es ist: sieht man sich gezwungen zu gestehen, daß das Ding selbst, der Besitzer jener Kennzeichen, unbekannt bleibt.“ Wir beginnen mit der Untersuchung der ersten Frage. Sie betrifft die sog. Relativität der Eigenschaften. Schon ihr Ein- satz führt aber auf Schwierigkeiten: - Herbart spricht von der Farbe,,,die ein Körper hat“. Eine solche hat z. B. auch die Fensterscheibe im darauffallenden Licht der Abendsonne. Und sicherlich würde sie sie nicht haben ohne eben diesen zufälligen Umstand. Zufolge der Spiegelung ist sie rubinrot. Indessen sie sieht eigentlich nicht so aus. Nämlich nicht so, wie Blei grau und Schwefel gelb aussieht. Eigentlich ist sie ja durchsichtig. Die rote Farbe wird nicht als zu ihr gehörig genommen. Trotzdem sie doch an der Fen- sterscheibe auftritt und deren Gegenwart sich gerade darin kundtut, daß sie mit den zusammen- und auftreffenden Licht- strahlen das Rot macht. Wir halten dafür, es sei nur ein roter Schein, der dem Glase gleichsam vorgelagert ist. So wie Glanz und reflektierte Lichter in eigenwilliger Weise einer Fixierung an den Dingen entzogen bleiben, die sie doch ande- rerseits wiederum ,,haben", an denen sie auftreten. Ein solcher,,Schein" ist aber z. B. auch der Regenbogen. Der ist nun freilich gerade seiner Substanznach an das Licht gebunden. Er tritt nur dann überhaupt auf, wenn die Sonne scheint. Er ist ganz anders seinem Sein nach verloren in die Farben, in denen er spielt, als das Blei in das Grau, von dem es in einem ganz besonderen Sinne richtig ist, daß es eben grau nur aussieht. Im Falle des Regenbogens ist etwas,,da- hinter", was so, bzw. was überhaupt irgendwie,,aussieht", si- cherlich nicht zu entdecken. Und nicht nur das sind die Far- ben denn die Beschaffenheiten des Regenbogens? Er besteht ja doch ganz eigentlich aus den Farben. Kann man hier, im - 8