Entscheidung ändert nichts an diesem Verhältnis der beiden Seiten, nach denen die Entscheidung fallen kann. Freilich die Entscheidung kann unmöglich sein. Aber nicht in dem Sinne, als ob es das Unentschiedensein als eine dritte Möglichkeit gäbe neben der positiven und negativen Entscheidung. Denn ,,Unentschieden-sein" besagt hier, daß man keine bestimmte, also überhaupt keine Angabe machen kann. Eine Trichotomie ergibt sich nur, wenn man hier drei,,Sachverhalte" supponiert. Die Forderung,,,daß allgemein etwas darüber auszumachen sein muß", ob eine Prädikation uneingeschränkt oder nicht un- eingeschränkt zutrifft für Dinge von gewisser Art, stützt sich auf die in,,Dinge von gewisser Art" enthaltene Sicherheit dieser ,Bestimmung". Aber zweierlei ist hier auseinanderzuhalten: erstens die Bestimmtheit des Gegebenen und der Beurteilung Vorgelegten und zweitens dessen begriffliche Bestimmtheit. Was durch die zweite definiert wird, ist nicht notwendig,,be- stimmt" im ersten Sinn. Die Möglichkeit einer generellen Ent- scheidung ist in einem anderen Sinn beschränkt als die der universellen Entscheidung. Denn „,generell" kann nur dort etwas ausgesagt werden, wo das Prädikat zu dem Subjekt in einem bestimmten sachlichen Verhältnis steht, gleichviel, ob die generelle Aussage positiv oder negativ ist. Daß weder das eine noch das andere generell gilt, weist nur einen in nichts gegründeten Ansatz zurück. Der Möglichkeit einer generellen Aussage sind nicht, wie der Möglichkeit einer universellen Aus- sage, technische Grenzen gesetzt. Die generelle Aussage gewinnt "" besteht, daß ich ihn nicht meinen Entscheidungen als Wahrheit zugrunde zu legen habe... Das ist der kontradiktorische Gegensatz, und für diese kon- tradiktorische Gegensätzlichkeit zweier Sätze, des Posits und des Negats gilt der Satz vom ausgeschlossenen Dritten gemäß dem Sinne des Denkens absolut. ... Die streng satzlogische Bedeutung der Negation unterscheidet sich nur wenig von der absoluten Neutralität. Hier hat beidemal die Negation ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die Einführung der sogen.,,Geltung" hat dieselben Folgen wie die des sogen.,,Sachverhalts". Die Konzeption der Geltung hat eine „Entschränkung“ zur Voraussetzung.,,Geltung“ ist etwas Abgeleitetes gegenüber Begriffen wie Wahrsein oder Richtigsein. Nur durch abbauenden Rückgang auf ihren Ursprung kann aber eine Frage wie die nach der Entscheidung einer Frage behandelt werden. "" ――― 103