dicatur continetur totum explizite, quod in subjecto est impli- zite beschreibt lediglich die (richtige) Erläuterung, ohne darum in einem anderen Sinne das,,Prinzip" der positiven analytischen Urteile zu sein, als daß eine demgemäß verfahrende Erläuterung eine richtige Erläuterung ist. Der fragliche Satz ist ebensowenig als der Kantische Satz vom Widerspruch ein,,oberster“ Satz der Logik, nämlich ein negatives Kriterium bzw. ein Kriterium der formellen Wahrheit"). Als ein solches erscheint er hier nur dann, wenn man den Terminus,,Erläuterung" nur zur Kenn- zeichnung eines,,Urteils" nach seiner praktischen Bedeutung 1) Beide Sätze sind nur conditiones sine qua non des Verstandesge- brauchs, negative Kriterien. Maimon wandte dagegen ein, daß ja doch, eben- so wie die mathematischen Begriffe eine Konstruktion a priori voraussetzen, so auch die logischen Sätze transzendentale Bedingungen der Realität ihrer Begriffe der Idee nach voraussetzen. Daß demnach der allgemeinen formalen Logik die transzendentale vorangehen müsse, sofern diese allererst der ersteren den zum Grunde liegenden Begriff des realen Denkens bereitstelle. Des näheren bestünde zwischen Begriffen überhaupt noch kein Widerspruch, sondern nur zwischen Sätzen. Also könnte man den Satz vom Widerspruch nicht einfach als A nicht non A formulieren. Denn gesetzt sei ja damit über- haupt noch nichts. Wohl aber, wenn ich B als Prädikat zu A hinzufüge. Sofern aber B etwas von A Verschiedenes und anderseits aber auch nur etwas ist, was dem A nicht widerspricht, könnte A sowohl B als auch non B sein, so daß sich der Satz vom Widerspruch gleichsam von sich selbst dispensierte (Krit. Unters. über den menschl. Geist 1794, S. 22/23). Nach Kant würde argumentiert er ,,ein eckiger Zirkel eckig sein". Hier ist das „ein... aber ebenso erschlichen wie das ,,kein...“ in dem Kantischen Beispiel,,kein Ungelehrter ist gelehrt". (Durch diese Formulierung hatte nämlich Kant ohne die Verwendung einer Zeitbestimmung dem Einwand begegnen wollen, daß ein Ungelehrter doch nicht schlechthin ungelehrt sei, sofern er zu der einen Zeit das eine, zur anderen das Gegenteil sein könne.) Das Kantische Beispiel ist universell oder generell verstanden hier ebenso falsch, als das Beispiel von Maimon ebendarum gegen Kant auch nicht das beweist, was es soll. In beiden Fällen ist eine Setzung lediglich iteriert worden. Die Frage ist frei- lich berechtigt, wessen man denn nun eigentlich hier auch ,, gewiß“ sei. (Gerade das von Maimon angeführte Beispiel demonstriert nun aber, wie die analytische im Sinne von begrifflicher Erkenntnis keineswegs notwendig eine ,,armselige Erkenntnisart ist". Maimon irrt, wenn er behauptet,,,sie setze zu ihrer Realität die synthetische Erkenntnisart voraus" (Versuch einer neuen Logik S. 123/24). Ein eckiger Zirkel ist nach dem, was als,,Satz vom Wider- spruch" überhaupt zu retten ist, gerade unmöglich, sofern Zirkel und Eckigkeit spezifisch differente Merkmale sind und die Existenz einer solchen Figur ja auf die Verknüpfung von Merkmalen hinauskommen würde. Diese Unmöglich- keit ist,,analytisch" gegenüber der,,synthetischen" z. B. eines regulären Dekaëders, in dessen Merkmalen miteinander unverträgliche Eigen- schaften bezeichnet sind. SO 66 86