gegriffen und in die Prädikation einbezogen sei. Die Merkmale, durch die Gold - nämlich dieser Stoff- gekennzeichnet wird, sind nicht in ihrer Komplexion ein,,Begriff", unter den etwas fällt. Die Stücke,,von" (!) Gold sind nicht Gegenstand ana- lytischer Urteile, wenn man etwa von ihnen das aussagen wollte, was dunkel in ihrem,,Begriff mitgedacht ist". Denn z. B. gehört es zum,,Begriffe“ einer Nadel, eine Spitze zu haben; man sagt, Nadel sei ein,, Qualitätsbegriff". Die Spitze kennzeichnet aber hier des näheren dieses bestimmte,,Werkzeug". Und als Nadel, d. i. dieses Werkzeug, ist ein Ding auch dann noch anzu- sprechen, wenn es etwa seine Spitze verloren hat. Denn nur sofern etwas auf einen bestimmten Zweck hin so und so her- gestellt ist, ist es überhaupt eine Nadel, aber nicht auf irgend welche,,äußerlichen“ Merkmale hin, zufolge denen allein es als Gegenstand unter einen ,,Begriff“ subsumiert würde. Es besagt z. B. auch nicht etwa das Fehlen jeglicher Bedeutung, wenn ein Pferd z. B. auf ein,,bloß äußerliches" Merkmal hin als Krippensetzer bezeichnet wird. Sicherlich ist es das nicht,,seiner Art nach". Und nur sofern es gerade dieses Merkmal auch tat- sächlich erfüllt, ist es ein Krippensetzer. Aber das Unter- scheidende gegenüber dem ersten Beispiel liegt hier lediglich darin, daß das Tier auf das Besondere seines Falles hin als Krippensetzer oder als Schimmel, Rappe usw. gekennzeichnet ist. Nur sofern es weiß ist, d. i. auf Grund dieses einen Merkmals, ist es ein Schimmel¹). 1) Vgl. hierzu H. Ritzel, Über analytische Urteile. (Husserls Jahrb. III, insbesond. S. 301 ff.) Die Erkenntnis des Wesens der analytischen Urteile wird auch dort abhängig gemacht von einer richtigen Deutung des Subjekts- begriffes. Freilich hier im Sinne dessen, was im Subjekt,,gemeint" ist. Ritzel bemerkt richtig, daß Schimmel nicht ein Pferd bezeichnet, ,, welches...", sondern,,sofern es weiß ist". Weiß sei pointierend gemeint, wenn etwas als Schimmel gekennzeichnet würde. Ritzel unterscheidet danach prädikative und,,determinative" Merkmale. Diese Unterscheidung bleibt befangen in der üblichen Theorie vom,,Begriff" und insbesondere von dessen Bedeutung im sog.,,Urteil". Bolzano bemerkt, daß es,,Sätze gibt, die ihrer ganzen Art nach wahr oder falsch sind, wenn man gewisse Theile derselben als veränderlich annimmt“. Ein Satz ist analytisch, wenn es auch nur eine einzige Vorstellung darin 84