99 vollendet und ihn auszeichnet: das scharf bestimmte Wieviel¹)“. ‚Viel" oder,,wenig" wird aber durch die Angabe des Wieviel, d. i. durch die Lösung der in dem,,wieviel" neu konzipierten Aufgabe, nicht aus etwas Unbestimmtem zu etwas Bestimmtem. Es ist hier irreführend, daß man beidem, der Vielheit und der An- zahl, ein gegenständliches Korrelat zugesteht.,, Vielheit im allge- meinen . . . ist nichts weiter als: irgend Etwas und irgend Etwas und irgend Etwas, usw.; oder irgend Eines und irgend Eines und irgend Eines, usw.: oder kürzer: Eins und Eins und Eins usw." ,,Jeder einzelne unter den bestimmten Inhalten, welche die konkrete Vielheits-Vorstellung²) in sich begreift, wird unter Vermittlung des Etwasbegriffes gedacht³)." Aber weder das,,viel", noch die Anzahlen entstehen durch ,,Ab- straktion" aus konkreten Inbegriffen4). Das,,irgend Etwas" mit anderen,,Etwas" kolligierende,,und" ist überdies nicht das zählende. Es genügt nicht zu sagen, daß ein gewisser Unter- schied der Bedeutung zwischen Eins und,,ein Ding" und,,etwas" dadurch hervortritt, daß Eins die Korrelation zur Vielheit als Mitbezeichnung,,erhält“5). Denn viel steht neben wenig, mehr usw. Nur als die schlichte Nominalisierung von viel hat das Wort ... 1) Husserl, Philosophie der Arithmetik I 1891, S. 89. 2) von mir gesperrt. 3) 1. c. S. 85/86. 4) Frege z. B. blieb befangen in der Frage nach demjenigen, wovon die Zahl ausgesagt wird. Er antwortete mit dem Begriff. o definierte er dann als die Anzahl eines Begriffes, unter den nichts fällt. Als die Anzahl z. B. des Begriffes,,sich selbst ungleich". (Grundl. der Arithm. S. 84.) Auch Russell definiert die Zahl als Abstractum. „The number 3 is something which all trios have in common, and which distinguishes them from other collections. A number is something that characterises certain collections." Russell er- örtert dann den Fall, daß es nur 9 etwas gebe in der Welt:,,Then the inductive cardinals from o op to 9 would be such expect but 10 (defined as 9+1) would be the null-class." ,Thus 10 and all subsequent inductive cardinals will be identical, since they will all be the null-class." (Introduction to Mathema- tical Philosophy. S. 12, 132.) Das Zugeständnis, daß die,,Nullmenge eigentlich gar keine Menge sei", ist hier aber nicht genügend. Das Verkehrte liegt schon im Einsatz. Was hier als „Fall", nämlich als eine Realisation der Anzahl, genommen wird, ist tatsächlich nur deren Tatsächlichkeit. Als Angabe be- steht z. B. die 3; aber dabei fällt nichts unter 3 als unter einen Zahl-,,Begriff“. (Vgl. Teil I S. 59.) 66 99 5) I. c. S. 90. - 68