bedrängt, tritt gerade als etwas,,Unwirkliches" entgegen. Näm- lich gerade daraufhin, daß man mit ihm nicht fertig werden kann, sofern als man nicht damit vertraut ist. Realität, die freilich im,,Widerstand" erfahren wird, ist etwas anderes als die ,,Wirklichkeit" von Dingen. Die Wirklichkeit ist etwas, worauf- hin sie befragt und erkannt und ,,genommen" werden. Dieses ,,nehmen als“ ist ein Modus des umgehens-mit. Dieses nehmen- (können)-als hat aber gerade dort seine Grenze, wo uns etwas zum Widerstande und wo Realität erfahren wird¹). 3. Die Münze auf dem Tisch ist nicht deshalb, weil sie,,wirk- lich" ist, ein wirklicher Taler. Sie ist es deshalb, weil sie in der staatlichen Münzanstalt geprägt, von Silber ist usw. Zufolge dieser Schicksale ist sie,,ein Taler". Die,,Merkmale" dieses Talers sind aber gerade auf die Schicksale bezogen, in die sein Vorhandensein geknüpft ist. Nur zufolge seiner Prägung ist er z. B.,,abgegriffen“. Dieses Merkmal ist der defiziente Modus des mit der Prägung beabsichtigten gekennzeichnet-seins-als. Auf seine einstige Prägung hin bleibt er,,ein Taler", obgleich er vielleicht von einem runden Silberstück kaum noch zu unterscheiden ist. Gleichheit in den vorhandenen,,Bestimmungen“ besagt also wenig. Und es ist also Sache der,,Auffassung", wann der Taler ,,nicht mehr vorhanden“ ist. Er ist das etwa dann, wenn er zer- brochen ist. Was bleibt, ist das Silber. Etwas den Merkmalen Subsistierendes und im Wechsel Iden- tisches ist nicht zu entdecken. Das Silber war schon vorher da, und durch die Prägung usw. war hier nichts auf seine Merkmale hin vermehrt bzw. ist nach dem Zerbrechen der Münze nichts auf seine Merkmale hin vermindert worden. Die Seite, nach der 1) Scheler betont, daß,,uns Realität überhaupt nicht in perzeptiven Akten, sondern in einem triebhaft voluntativen Verhalten zur Welt“ gegeben ist. (Idealismus - Realismus, Philosophischer Anzeiger, II, S. 284.) Der Ausdruck,,perzeptiver Akt" verdeckt das Entscheidende: Das sich-aus- kennen-in bezeichnet eine bestimmte Haltung des Verweilens bei den Dingen, unter der man das gewärtigt, was,,begegnet". Und es ist das Ent- scheidende, daß das erfahren- werden der Realität im Widerstande keine solch gewärtigende,, Begegnung" ist. 54