dieser Leugnung:,,es ist nicht so, wie gesagt". Weder im einen noch im anderen Fall stellt sich aber der negative Sachverhalt als das,, Korrelat der Behauptung" dar. Als Korrelat könnte er nur zur Leugnung gehören; nur in der Leugnung,,konstitu- iert er sich“. Als das,,Behauptete" reduziert er sich aber auf etwas Ausgesagtes, was negativ gewendet ist. Es ist aber nur möglich, daß das so Ausgesagte (überdies noch) behauptet und ebenso, daß es geleugnet werden kann. Der Sachverhalt ist etwas, was sich der Festlegung entzieht¹). Sofern er als ein,,gegenständ- liches" Korrelat bezeichnet wird, ist das gerade auch zugestanden. Denn was ich behaupte oder leugne, ist in demselben Sinn etwas Gegenständliches, wie auch sonst der,, Gegenstand" etwas Abge- leitetes und insofern transzendent ist, als er in keinem ur- sprünglichen Bedeutungszusammenhang begegnet. Reinach be- tont, daß das Bestehen eines Sachverhaltes nicht ,,Existenz" besagt. Es wird gesagt, daß Sachverhalte an sich bestehen. Aber so auf sich gestellt ist der Sachverhalt gerade nur als das abschließende und insofern „,erkannte“ Ergebnis eines sich- mit-etwas-befaßt-habens. Auf den aus dem Umgang mit den Dingen gelösten Sachverhalt kann man nur ,,intentional" be- zogen sein. Zur Behauptung gehört eine Prätention. Nicht anders als der prädikative,,Gegenstand" hat sich der auf das Schema des so- bzw. nicht-so-sich-verhaltens entleerte Sach- verhalt auszuweisen. Nur sein Bestand kann in Frage stehen. Durch die Scheidung der Urteile in positive und negative sollten sie klassifiziert werden. Fürs erste sind positiv und 1) Ein Schwanken in der Bestimmung des Sachverhaltes ist auch bei Reinach unverkennbar. cf. z. B.:,,Es gibt Sachverhalte, die Relationen sind, und andere, wie das b-Sein eines A, welche es nicht sind. Demgemäß gehen auch die Urteile bald auf Relationen, bald auf Nichtrelationen; aber auch da, wo sie auf Relationen gehen, wird diese intentionale Beziehung da- durch, daß diese Relationen Sachverhalte sind, und nicht dadurch, daß sie Relationen sind, vermittelt." Aber was besagt das:,,Sachverhalte, die Relationen sind“, gegenüber dem anderen:,,Relationen, die Sachverhalte sind?" Sind die Relationen Arten von Sachverhalten? Oder sind die Re- lationen „auch“ Sachverhalte? 40