,,Der λóyos läßt etwas sehen (paíveoda), nämlich das, wor- über die Rede ist, und zwar für den Redenden (Medium), bzw. für die miteinander Redenden. Die Rede ,,läßt sehen“ àñò . . von dem selbst her, wovon die Rede ist"1*). Es wird allererst zu- gänglich, sofern es artikuliert und angesprochen ist. Nämlich in bestimmter Weise; es gibt hier nur diese oder jene Sprache. Das gegliederte Wortgefüge ist aber etwas, was man nur über- setzen kann. Zwei ineinander übersetzbare Aussagen haben,,den- selben“ Sinn nur insofern, als das Nämliche darin getroffen ist; sie,,meinen" nur dasselbe. Aber nicht in bezug auf dasjenige, was beidemal gesagt ist, so als ob derselbe,,Satz" etwa nur eben in verschiedenen Sprachen,,ausgedrückt“ sei. Durch die Möglich- keit der Übersetzung wird keineswegs eine solche Identität, sondern gerade das Lässige in dem Gebrauch dieses Begriffes dargetan. Die Übersetzung aus der einen in die andere Sprache ist kein bloßer Wechsel des sprachlichen,,Ausdrucks"2*). In der Aussage ist Seiendes,,erschlossen*)". Im Wie seiner Ausgelegtheit ist es darin zugänglich geworden. Im Vernehmen der Aussage wird man,,vor Seiendes selbst gebracht "3*).,,(Seiendes), so wie es ist“, erläutert aber hierbei nicht das wahr-sein der Aussage in dem Sinn, wie eine Definition einen Terminus fest- legt. Das Seiende ist an ihm selber „wahr“, und das nur, so- fern es,,irgendwie" bzw.,,so" ist. Was sich zeigt, bzw. was gezeigt wird, ist „,wahr“. Und die Aussage ist es, verstanden als das,,, was gesagt ist". Bolzano spricht von,,Wahrheiten" in dem Sinn von wahren ,,Sätzen an sich". Daß ,,wahr" nur das Ausgelegte und ange- sprechende die Sachverhalte seien. Dabei werden also Frage, Bitte usw. als etwas Vorhandenes angesetzt, was, sofern es Ausdruck gefunden hat, apperzipiert und genannt ist. Der Rede kann dabei nur eine,,kommunikative Funktion" zugesprochen werden. Der,,signifikative" Ausdruck ersetzt hier lediglich die ,,Anschauung", durch die man unmittelbar vor das vor- handen Gegebene gestellt werden würde. Bitte, Frage usw. sind aber gerade etwas, worin man sich äußert. Und: daß in der Aussage etwas von sich aus zu Wort kommt, ist etwas anderes als,,intentional bezeichnet zu sein“. 1*) Heidegger, 1. c. S. 32. 2*) Vgl. hierzu Teil I, S. 29 und oben S. 18. 3* Terminus von Heidegger. 34