verschiedenen Sprachen; die,, Genitivhaftigkeit“ ist in allen die- selbe. Es gibt auch ein System von Kasus, in das der Genitiv ge- hört. Es gibt aber kein für jegliche Sprache verbindliches System von grammatischen Formen oder Wortklassen überhaupt. Im Malaischen gehen Konjugationen und Deklinationen durchein- ander, und neben dem ausgesprochen,,nominalen" Typ des Ja- panischen steht der „,verbale" Typ des Mexikanischen, wo das Verbum als das allgemeine Schema der Satzkonstruktion ausge- bildet ist. Aber nicht nur, daß eine,,allgemeine" Grammatik un- möglich ist, als Grammatik könnte sie von vornherein nicht die Formen- und Verknüpfungslehre,,idealer Bedeutungen“ sein. Denn der Satz ist nichts, was aus der Rede gelöst und als etwas ,,an sich" betrachtet werden kann¹). - § 2. DIE AUSSAGE Der Sinn einer Aussage ist kein Bedeutungszusammenhang, der so etwas wie,,Geltung“ prätendiert.,,Sinn“ ist vielmehr das Korrelat der artikulierenden Auseinandersetzung mit der Welt, in die man als daseiend verschränkt ist.,,Was man sagt“ hat nicht insofern einen Sinn, als es hier,,Intentionen“ zu verstehen 1) Husserl spricht von der Idee einer allgemeinen und spezieller der einer apriorischen Grammatik (Logische Unters. II, S. 295).,,Innerhalb der reinen Logik grenzt sich als eine ... erste und grundlegende Sphäre die reine Formen- lehre der Bedeutungen ab. Vom Standpunkt der Grammatik aus betrachtet, legt sie ein ideales Gerüst bloß, das jede faktische Sprache, teils allgemein menschlichen, teils zufällig wechselnden empirischen Motiven folgend, in verschiedener Weise mit empirischem Material ausfüllt und umkleidet" (1. c. 338). Die,,wechselnden Motive“, die in den Variationen des Sprachbaus faßbar werden, sind aber gerade das eigentliche apriori, was freilich nicht analytisch als etwas allgemein Verbindliches, sondern nur hermeneutisch dargestellt werden kann. Dasjenige aber, woran der Gegenstand der reinen Formenlehre von Bedeutungen demonstriert wird, die Unterschiede der Universalität und Partikularität auf der einen, der Singularität auf der anderen Seite, die Syntaxen der Pluralität, der Negation, der Modalitäten usw." (1. c. S. 339) ist entweder - wie die plurale Syntaxe z. B. - etwas, was lediglich allgemein vorkommt, oder es gehört überhaupt nicht in die Rede, wie z. B. Partikularität und Universalität. (Partikularität und Univer- salität sind Angaben auf Grund eines Urteils. Das Urteil ist aber eine Opera- tion, die vor der Aussage liegt. (Vgl. hierzu die späteren Ausführungen S.66 ff.) C 99 31