Wörter sind Namen usw. Man muß auf das immanente Gepräge ihres Bezugs-auf-etwas rekurrieren, um das zu finden, was darin in Besitz genommen, nämlich ineins mit dem Namen getroffen ist¹). Die Dinge werden,,ausgelegt". Sie werden angesprochen als etwas. Diese vorprädikative Artikulation steht unter der Leitung des Entwurfes2), auf den hin die Dinge, mit denen man zu tun hat, befragt werden. Zum Begriff der Bedeutung gehört das sich-voraus-sein desjenigen, der sie auf etwas hin anspricht. Ineins damit,,erkennt“ er sie. Nur unter einem durch Antizipa- tionen abgesteckten Horizont kann etwas erkannt werden. Es ist nicht der Gegenstand, der als dies oder jenes bestimmt, nämlich angesprochen wird, wie es andererseits gerade nur der sog. Gegenstand sein kann, der prädikativ,,bestimmt“ wird. Die „Art“ ist nicht etwas .,Allgemeines", was sich als hier und dort vorliegend ergibt, sondern umgekehrt der antizi- pierte Ansatz für die in Löwe enthaltene Bestimmung. Sofern diese Bestimmung hier im besonderen Sinn,,spezifisch" ist, ist Löwe ein Name. Die Bestimmung wird als Bestimmung in- eins mit dem Ansatz der Bestimmung abgewandelt. Die gemein- same Endung tar (ter) in den indogermanischen Verwandtschafts- bezeichnungen (pitár, mātár, bhrátar . . ., pater, mater, frater...) erscheint wohl als determinatorisches Suffix, sofern dadurch pitár, mātár usw. zu einer Klasse zusammengefaßt werden. Die Verwandtschaft ist aber auch hier die Hinsicht und nicht das Ergebnis der Vergleichung³). Als klassifizierende Determination der Wörter erscheint hier etwas, was in der einzelnen Bestim- mung mit- bzw. vorgefaßt wurde. In den melanesischen Sprachen werden je besondere Präfixe für das gebraucht, was durch eine längliche oder runde Form gekennzeichnet ist. Darin tritt nicht 1),,Rot nennen" in dem aktuellen Sinn von nennen, der die unter- liegende Anschauung des Genannten voraussetzt und als rot erkennen sind im Grunde genommen bedeutungsidentische Ausdrücke." (Husserl, Log. Unters., Bd. II, Teil 2, 2. Aufl., 1921, S. 28.) 2) Heidegger, l. c. 151. 3) Vgl. dagegen E. Cassirer, Die Philosophie der symbolischen Formen, Teil 1: Die Sprache, 1923 S 262 ff. und zur Kritik P. Matthes,,,Sprach- formen, Wort- und Bedeutungskategorie und Begriff“, Halle 1925 S. 90. 23