Die Wörter sind aber ihrer bedeutungsmäßigen Sub- stanz nach verschieden. Nämlich sofern z. B. nur manche etwas nennen. Dieser Stoff heißt Eisen, und diese Farbe heißt blau. Dagegen sind Stück oder Staub keine solchen Namen. Bei anderen Wörtern ist es zweifelhaft. Z. B. bei Regenbogen. Ein Wort wie Pferd war ursprünglich (vehi - rota) noch kein Name. Denn es ist vorzüglich diese bedeutungsmäßige Substanz eines Wortes, die von dem sog. Bedeutungswandel betroffen wird. Je nach der Bedeutung, die ein Wort in dem eben erörterten Sinn hat, wechselt die Art seiner kennzeichnenden Funktion. Als Eisen, blau war etwas ,,bestimmt". Eisen gibt die Natur von etwas an. Staub ist keine solche erledigende Bestimmung, und Stück ist gar nur eine behelfsmäßige Angabe, die etwas unter ausdrücklichem Verzicht auf irgendwelche Kennzeichnung nur eben dadurch bezeichnen kann, daß sie sich an das zufällige Schicksal des Körpers in seiner Ungestaltetheit hält¹). Die Dinge werden je nach der bedeutungsmäßigen Substanz eines Wortes kategorialiter verschieden,, angesprochen"). Dasjenige, was primär in einem Namen fixiert ist, ist aber anders als durch den Namen auch überhaupt nicht anzugeben. Man kann es nicht wie ein Objekt bezeichnen. Wir sagten: Die Art wäre bestimmt, wenn ich etwas als Löwen kennzeichne. Sicherlich:,,dieses Tier" heißt so. Aber ,,dieses Tier" ist weder die Art noch deren Exemplar. Nur die Art dieses Individu- ums wird gekennzeichnet. Die Art dieses Individuums ist das- jenige, was angesprochen und insofern,,genommen" wird, was 1) Vgl. Teil I, S. 25. 2) Vgl. hierzu Joannis Duns Scoti Doct. subtilis O. F. M. Grammaticae speculativae nova editio cura et studio R. P. Mariani Fernandez Garcia. Quaracchi 1910. Von Duns Scotus wird jedem Modus significandi ein modus essendi zugeordnet.,,Oportet omnem modum significandi activum ab aliqua rei proprietate radicaliter oriri . . .“ intellectus ad actum determinatum non vadit, nisi aliunde determinetur. . . Cuilibet modo significandi activo correspondit aliqua proprietas rei seu modus essendi rei (§ 6). Diese Pro- prietas rei wird später ergänzt durch prout ab intellectu apprehensa. Und von der ratio significandi heißt es, daß sie durch den modus intelligendi bestimmt wird. (Vgl. hierzu auch M. Heidegger, Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus 1916.) 21