werden könnte, kann von vornherein nicht wie die Bedeutung als eine Intention erscheinen, die ineins mit dem Wort voll- zogen würde. Von dem, was ein Wort lexikalisch bedeutet, ist sein Sinn zu unterscheiden. Dieselbe,,Wendung" kann noch einen ver- schiedenen Sinn haben. In der Wendung zeigt sich eine Seite der Bedeutung selber. Den Sinn bekommt aber allererst das Wort bzw. die betreffende Wendung. Der Sinn ist das, was jeweils mit dem Wort,,gemeint" ist.,,Gemeint" ist hier nicht dasselbe wie ,,bezeichnet". Denn bezeichnet-werden ist nur ,,passiv" zu ver- stehen. Was aber von mir mit einem Wort,,gemeint" ist, wird insofern nicht nur in einen Bezug zu mir gerückt, der ihm ur- sprünglich fremd ist. Was gemeint ist, ist das, was ich meine. Und insofern wird das Wort bzw. die Wendung,,in einen be- stimmten Sinn“ gebraucht¹). 2. Eisen bedeutet etwas, sofern dieses Wort etwas nennt. Die Bedeutung, die ein Wort hat, steht aber nicht einfach für sich als diese Bedeutung neben jener eines anderen Wortes.,,Be- deutung" bezeichnet vielmehr etwas, was von dem Wort insofern untrennbar ist, als nur die Bedeutung dieses Wortes mit jener eines anderen Wortes verglichen werden kann²). 1) Vgl. hierzu J. Stenzel, Sein, Bedeutung, Begriff, Definition. (Jb. f. Philolog. I, 1925, S. 160 ff.) 2) Vgl. hierzu Leo Weisgerber (Die Bedeutungslehre, Ein Irrweg der Sprachwissenschaft? in,,Germanisch-Roman. Monatsschr." XV., 1925, S. 161 ff.),,... Wort ist untrennbare Verbindung eines lautlichen und eines inhaltlichen Teils, aufgebaut auf der Funktion des Symbols. Bedeutung eines Wortes ja, das ist etwas, was es nicht gibt, wenigstens nicht in dem geläufigen Sinne. Bedeutungen gibt es im Worte, und zwar als eine Funktion des lautlichen Teiles;,,Bedeutung" geht immer vom Laut- lichen, Bedeutenden, aus und,,bedeutet“ den inhaltlichen Teil, insofern er auf den lautlichen als sein Zeichen bezogen ist." (S. 170.) Weisgerber ersetzt die Bedeutungslehre durch die Begriffslehre. Sofern er aber hierbei in dem Ansatz befangen bleibt, daß die menschliche Sprache die Dinge,,nicht objektiv fassen und bezeichnen, sondern nur begrifflich formen und in diesem oder jenem Zusammenhang verarbeiten kann“ (S. 178), verfehlt er notwendig das hier Entscheidende: daß nämlich etwas auf das hin angesprochen wird, was es ganz eigentlich,,ist“, und daß die Modalitäten dieses Seins gerade an der bedeutungsmäßigen Substanz der Vokabeln selbst faßbar werden. 20